Dieses Jahr führte uns unser Sommerurlaub nach Heidelberg. Unsere Tochter macht dort mit ihrem Freund ein halbjährliches Praktikum und da ich schon immer mal nach Heidelberg wollte, war schnell klar, wo die Reise hingeht. Ich hatte schon so viel von dieser altehrwürdigen Stadt gelesen und gesehen, dass ich mich freute auf das Schloss, schmucke Gässchen und Spaziergänge am Neckar. Von unserem Heimatort aus ist es zwar schon eine etwas längere Anreise, wir fuhren um halb fünf morgens los und kamen erstaunlich gut durch, so dass wir am frühen Donnerstagnachmittag bei hochsommerlichen Temperaturen ankamen. Wie immer, hatten wir ein AirBNB gebucht und hatten eine großzügige Loftwohnung, in der wir uns sehr wohlgefühlt haben. Von da aus gingen wir auf Entdeckertour durch Heidelberg und Umgebung.
1. Heidelberger Innenstadt

Wir fühlten uns von Anfang an wohl in der einst kurfürstlichen Residenzstadt, wo das Schloß hoch über der Innenstadt thronte, man überall gemütlich einkehren konnte und die erträumten Gässchen genauso aussahen, wie ich es mir vorgestellt hatte.



Große Entfernungen gab es in Heidelberg nicht. Schloß und Neckar leiteten einen und so fiel die Orientierung nicht schwer. Heidelberg ist mit 160.000 Einwohnern von der Größe her auch keine Weltmetropole, auch wenn sie von Touristen aus der ganzen Welt besucht wird. Für viele Asiaten und Amerikaner gehört der Besuch in Heidelberg zu einem Europaaufenthalt einfach dazu. Ich konnte es verstehen, selbst Goethe war 8 Mal in der Stadt und er war nun wirklich ein weitgereister Mann. Schlendern in der Innenstadt und die längste Fußgängerzone einmal von vorn bis hinten lang laufen waren keine Hürde für uns in Sneakers oder Flipflops. Schon der Reiseführer hat für das Kopfsteinpflaster flaches Schuhwerk empfohlen und das war ein guter Rat, den man wirklich beherzigen sollte.



Wenn die Fußsohlen dann doch brannten von der Hitze tat man gut daran viel zu trinken und sich am Neckar auch mal auszuruhen. Hier war abends immer frohes Jugendleben (der Ausdruck ist schön altbacken, nicht?), was angesichts von 30.000 Studenten in der Stadt nicht verwunderlich ist. Heidelberg ist übrigens die durchschnittlich jüngste Stadt. Da kommt nicht einmal Berlin hinterher.




Neckarwiesen bedeutete auch Neckargänse. Die machen es sich gemeinsam mit den Studenten am Flussufer gemütlich. Aber Achtung, die Gänse haben da auf jeden Fall das Sagen und ich kann aus tiefster Kindheitserfahrung bestätigen, dass man mit Gänsen keine Scherze machen sollte. Wenn die erst einmal ihren Hals senken und zu fauchen anfangen, dann nichts wie Beine in die Hand und los.
So, nach all der Lauferei hatten wir natürlich auch hier und da Hunger. Wir haben in Heidelberg im Mahmoud’s zweimal gegessen und es war ausgesprochen lecker. Zugegeben nicht typisch baden-württembergische Küche, aber so ein Falafelteller zwischendurch ist einfach besser zu vertragen als fetter Braten und Maultaschen, die ich euch aber nicht vorenthalten möchte.

Freitagabend wollten wir essen gehen und auch gern traditionelle Küche mit einem regionalen Bierchen oder Weinchen dazu geniessen. Die Stadt war voll und in dem vielbeworbenen Vetter’s Alt Heidelberger Brauhaus war natürlich kein Platz mehr zu bekommen. Auch viele weitere Restaurants waren schon komplett ausgebucht. Glücklicherweise gab der Freund unserer Tochter nicht auf und so landeten wir im Alt Hendessee in Handschuhsheim.



In diesem gemütlichen Weinhof verbrachten wir einen tollen Abend. Wir genossen Braten und Maultaschen, tranken Riesling vom Fass und hatten uns viel zu erzählen. Schließlich hatten wir die beiden Studenten seit Pfingsten nicht mehr gesehen. Der laue Sommerabend war gut genutzt und leicht beschwingt verließen wir nach einigen Stunden das Lokal.
2. Der Philosophenweg und der Klosterhof
Nächsten Tag pieselte es ein wenig, aber es war sehr warm. Dampfend stiegen wir den Philosophenweg hoch, weil der erste Teil der Strecke steil anstieg. Dafür wurden mit dem schönsten Blick über Heidelberg belohnt. Auf dem rechten Bild sieht man sogar die Alte Brücke und das Karlstor, das direkt in die Innenstadt führte. Auch von hier aus war das Schloss sehr gut zu sehen.


Während der erste Teil des Philosophenweges ein wenig herausfordernd war (gerade nach dem gestrigen Riesling vom Fass) war der 2. Teil der Wanderung gemütlich und mit der Aussicht auf ein leckeres Essen im Klosterhof gut schaffbar. Das Schneckchen verkörperte unser Tempo bei dieser ersten Wanderung im Urlaub. Es war perfekt zum Eingrooven auf mehr Bewegung.



Wir erreichten unser Ziel, den Klosterhof zur späten Mittagszeit und stärkten uns ausgiebig. Da wir noch einmal dort waren, zeige ich euch gleich alle Gerichte, die wir dort verspeisten. Beim ersten Mal hatte ich den Flammkuchen, der nicht schlecht war, aber ich schielte doch auf die gutaussehenden Maultaschen, die ich mir beim nächsten Mal bestellte. Bisschen viel Speck oben drauf, aber sonst sehr lecker. Ich mochte die Hergottsbescheißerle sehr. Ja, so heißen die wirklich, weil die Klosterbrüder früher das Fleisch in den Teig gewickelt haben, damit der Herrgott nicht sieht, dass in der Fastenzeit Fleisch gegessen wird. Also, ich habe von meiner Oma gelernt, dass der liebe Gott alles sieht. Wie dem auch sei, sind die Maultaschen aus dieser Zeit übrig geblieben und in den Supermärkten in Heidelberg gab es ganze Kühlregale voll mit den verschiedensten Füllungen. Hätte ich gern auch hier. Zum Essen gehörte übrigens ein Bier aus der Klosterbrauerei dazu. Diese regionale Köstlichkeit ist ebenso lecker wie die Maultaschen.



Nach dem Essen war die Aufmerksamkeit wieder auf andere Dinge gerichtet und ich bewunderte die Klosteranlage. Nicht nur, dass hier noch Mönche lebten, nein auch die urigen Gemäuer in malerischer Atmosphäre luden zu einer Fotorunde ein und ließen mein Herz für alte Gebäude und verwinkelte Gassen höher schlagen.





Das war ein wirklich schöner Ausflug und nicht umsonst sind wir noch einmal dort gewesen. Von unserem Airbnb war es fußläufig in einer Dreiviertelstunde gut zu erreichen. An dem Tag hatte es lange geregnet und wir waren dankbar, dass dann um 17:00 Uhr doch noch die Sonne rauskam und wir diesen historischen Ort, der früher Teil des Heidelberger Klosters war, besuchen konnten.



3. Wanderung über das Peterstal bis „Zum weißen Stein“
Sonntag stand eine Wanderung an. Wir vertrauten da auf die Jahrzehnte langen Erfahrungen vom Freund unserer Tochter. Er wurde praktisch schon als Baby zum Wandern mitgenommen und hat das elterliche Hobby auch für sich entdeckt. Wir starteten in Wilhelmsfeld und mussten als erstes unsere Höhenangst überwinden, um auf den Teltschikturm zu steigen. Das ging leichter als gedacht. Während ich in Tschechien noch bieberte, stapfte ich hier ohne Zögern los. Wer rauf kommt, kommt auch runter und für ein gutes Foto kann man sich ruhig mal überwinden. Also ging’s flugs rauf auf die metallenen Treppen und die Aussicht übers Tal war wirklich sehenswert. Die Temperatur an dem Tag war ganz angenehm, der Regen vom Vortag hatte für ein wenig Abkühlung gesorgt.



Nach der Turmbesteigung ging es durch den Wald, an einer Schutzhütte vorbei bis ins Peterstal. Dort besuchten wir kurz die Kirche, zündeten eine Kerze an und schlugen uns dann durch das Dickicht bis zu unserem Ziel durch. Nein, ganz so dramatisch war es nicht, aber manche Abschnitte der Wanderung waren schon eine kleine Herausforderung. Über die Pfützen haben wir es geschafft und zum Schluss mussten so einige Höhenmeter überwunden werden. Es war mittlerweile auch schon warm geworden und schnaufend erreichten wir das Ziel. Also ich schnaufte, die Jugend in der Familie hat das natürlich locker hinbekommen.



Die Wanderung war laut Komoot 12,4 km lang, wir haben 360 Höhenmeter überwunden und es waren 3 Stunden 41 reine Wanderzeit angesetzt. Das war für mich gerade richtig. Bisschen anstrengend, aber trotzdem zu bewältigen. Der Genuss kam auch an diesem Tag nicht zu kurz. Nachdem wir erst einmal eine Johannesbeerschorle bzw. ein Bier geext hatten, gab es feines Mittag in der Höhengaststätte Zum Weißen Stein. In der Selbstbedienungsgaststätte war an dem Sonntag ordentlich was los und so freuten wir uns umso mehr als wir an der Essensluke unsere Knödel mit Pfifferlingen, Sauerbraten und Schnitzel mit Pommes abholen konnten. Es gab dort sogar ein veganes Schnitzel. Fand ich nicht selbstverständlich für eine Ausflugsgaststätte, aber so ging es allen Beteiligten gut in dem Biergarten.
In der Zwischenzeit waren auch unsere T-Shirts wieder getrocknet und ich weiß nicht, warum ich nicht eines meiner vielen Sportshirts anhatte. Muss ich mir für die nächsten Wanderungen unbedingt merken oder zumindest eins einstecken.



Danach war es nicht weit zurück zum Auto und wir ließen den Tag bei einer Runde Rommee ausklingen. Ist schon seit Jahren unser Urlaubsspiel am Abend Dieses Jahr mussten wir uns mit dem Freund unserer Tochter erst einmal auf die Regeln einigen. Außer ein paar Hauptregeln gibt es da so viele Facetten, dass da Klarheit geschaffen werden musste. Scheinbar ein wenig lautstark, da die Nachbarin in unserem AirBnB die Fenster zuknallte. Uups, danach waren wir leiser.
4. Das Heidelberger Schloss
Montag und das Heidelberger Schloss stand auf dem Programm. Das ist ein Muss für jeden Touristen der Stadt. Immerhin besuchen 1.2 Mio Besucher dieses Highlight der Stadt. Da kann man auf den Reiseführer hören und morgens gleich in der Früh die beliebteste Schlossruine der Welt besichtigen oder es wie wir taten, mit zwölfdrillionen anderen Touristen zur Primetime lostingeln. Ja, manche Erfahrungen muss man eben selber machen, da kann ja jeder kommen und einem was erzählen. Immerhin waren wir so schlau und sind nicht am Sonntag dort gewesen. Das soll noch dramatischer sein.
Jedenfalls sind wir mit der ersten Bergbahn bis nach Molkekur hochgefahren und wollten dann mit der historischen Bergbahn auf den Königsstuhl, um von dort die Aussicht zu genießen. Soweit der Plan. Wir stellten uns an die lange Schlange an, waren im Urlaubsmodus und dachten, das wird schon. Ich ging noch auf die Toilette und als ich wiederkam, waren meine beiden Männer schon ungeduldig. Es ging gar nicht voran und es hieß, dass die Wartezeit 90 Minuten betrage. Hmmm, anderthalb Stunden in der Sonne stehen, um dann paar Minuten mit der Bahn den Berg raufzufahren? Urlaubsmodus war aus.
Kurz gegoogelt: da gab es doch noch die Himmelsleiter, wo man im Schatten der Bäume auf den Königsstuhl laufen kann. Machen wir! Ich sage euch, die Wanderung vom Vortag war gar nichts gegenüber der Himmelsleiter. Die heißt nicht umsonst so. 1200 steile Stufen brachten die Lunge zum Brennen und auf jeder Ebene brauchten wir eine Pause in Ermangelung eines Sauerstoffzeltes. Keine Ahnung, wie lange wir brauchten, länger als Google dachte, aber nur halb so lange, wie die Touristen, die auf die historische Bergbahn warteten.


Als Belohnung für unsere ungeplante Wandertour wurden wir mit diesem fantastischen Ausblick belohnt. Wir ruhten uns ein wenig aus, aßen die teuerste Bockwurst unseres Lebens, ärgerten uns nicht darüber und fuhren mit der historischen Bergbahn wieder runter bis Molkekur. Urlaubsmodus war wieder an!

Von Molkekur aus war es nicht weit bis zum Schloss. Ein Waldweg führte direkt dort hin. Die Schlossanlage war viel größer als erwartet und hatte imposante Ausmaße. Dadurch verteilten sich die Touristen über dieses Gelände und es war eine stressfreie Angelegenheit, wenn man erst einmal dort angekommen war.



Das Heidelberger Schloss, erstmals im 13. Jahrhundert erbaut, diente den Kurfürsten der Pfalz als Residenz und erlebte eine wechselvolle Geschichte mit Zeiten des Glanzes und der Zerstörung. Im Dreißigjährigen Krieg wurde es schwer beschädigt. Die französischen Soldaten zündeten das Schloss an, was zu erheblichen Zerstörungen führte. Die Ruine gilt heute als eines der bedeutendsten Beispiele der deutschen Romantik und zieht Besucher durch ihre historische Atmosphäre und den beeindruckenden Ausblick auf Heidelberg an. Dreimal im Jahr gibt es das Schlossleuchten, dass an das Feuer im 17. Jahrhundert erinnert. Ein erstes Feuerwerk gab es schon 1613, wo Kurfürsst Friedrich V seine frisch angetraute Gemahlin Elizabeth Stuart standesgemäß begrüßt hat.



Wir schauten uns den Innenhof des Schlosses an und natürlich besichtigten wir das größte Weinfass, was jemals befüllt wurde. 220.000 Liter, das muss erst einmal getrunken werden, nicht? Das sind 1.1 Mio Weingläser und über 3.000 Weinliebhaber könnten ein Jahr jeden Tag ein Glas trinken. Nur mal als Beispiel für die Menge in dem Fass.
Wir genossen anschließend den blitzeblauen Himmel über den Neckar vom Schlossaltan aus, wirklich Postkartenblick deluxe.

Da wir noch nicht genug hatten vom Schloss, haben wir uns abends mit unseren Studenten verabredet, um den Sonnenuntergang von der Scheffelterrasse aus zu erleben. Die Terrasse ist ein malerischer Aussichtspunkt am Heidelberger Schloss, die ihren Namen zu Ehren des Dichters Joseph Viktor von Scheffel trägt, der im 19. Jahrhundert lebte. Von der Terrasse aus hat man einen tollen Blick auf die Altstadt Heidelbergs, den Neckarfluss und die umliegenden Hügel. Wir trafen uns wieder mit unseren Studenten samt Freunding, hatten uns ein Weinchen und bisschen Knabberzeug mitgebracht und schwatzten gemütlich bis die Sonne unterging. Dabei machte ich unzählige Bilder, weil ich den entscheidenen Moment nicht verpassen wollte. Ehrlich gesagt, gefällt mir eines der ersten Bilder am besten, aber entscheide du.




Es war wirklich ein unbeschreiblich schöner Sonnenuntergang über der Stadt und dem Schloss, dass nach Eintritt der Dunkelheit beleuchtet wurde. Erstaunlicherweise waren gar nicht so viele Menschen dort. Ein paar Studenten und wir. Erst als es ganz dunkel war, liefen wir zum Bus und ließen diese wunderbare Atmospäre noch in uns nachklingen. Heidelberg muss man schon mal gesehen haben. Lohnt sich wirklich, besonders in einer lauen Sommernacht.
5. Domstadt Speyer
Speyer liegt etwa 30 Kilometer westlich von Heidelberg, was eine Fahrzeit von rund 30 bis 40 Minuten mit dem Auto bedeutete. Die historische Stadt wurde uns von mehreren Seiten ans Herz gelegt und liegt am Rhein in Rheinland-Pfalz. Speyer ist bekannt für seine beeindruckende romanische Kathedrale, die als eine der bedeutendsten Kirchenbauwerke des Mittelalters in Deutschland gilt. Der Speyerer Dom, ein UNESCO-Weltkulturerbe, beeindruckt mit seiner Architektur und langen Geschichte, die bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht.


Wir haben uns schon viele Kathedralen angeschaut, aber Speyer bestach durch Schlichtheit und fast schon moderne Eleganz durch den roten Sandstein. Es war schon allein eine Freude, das Bauwerk von außen zu betrachten, eingefügt am Anfang der Innenstadt. Natürlich besichtigten wir den Dom auch von innen und bewunderten die die klaren Linien und dem cleanen Look des Gebäudes. Sonst sind Kirchen oft überladen mit Fresken, Bildern, bunten Glasmosaiken, hier wirkte einfach der rote Sandstein.



Mit dem Eintritt konnte man auch eine enge Wendeltreppe hochgehen und sich Speyer von oben anschauen. Hach, was für ein charmantes Altstadtbild, auf das wir hinunter blicken konnten. Bis zum Rhein konnte man an diesem warmen Sommertag schauen und ich wurde nicht müde, Bilder davon zu knipsen.



Danach schauten wir uns noch die Altstadt an und neben dem Speyerer Dom bietet auch sie viele Fotomotive und hat uns mit einer entspannten Atmosphäre empfangen. Ich fragte mich, warum nur in Heidelberg so viele Touristen waren. Speyer fand ich sehr attraktiv mit seinen Sehenswürdigkeiten und hätte ihr mehr Besucher zugetraut. Na ja, gut für uns, so gehörte die Stadt uns und wir schlenderten ein wenig in der Fußgängerzone entlang.



Es war wirklich ein Kleinod und so ein schmuckes Städtchen, in dem wir gern länger verweilt hätten. Allerdings wurde es schon wieder ziemlich heiß und so machten wir uns nach einer Stunde wieder auf den Weg zurück in unser heimisches Heidelberg. Drei Bilder habe ich aber noch für dich:



6. Schwetzingen und ab in den Großen Kolpinsee
Schwetzingen liegt etwa 15 Kilometer nordwestlich von Heidelberg, war also schnell mit dem Auto zu erreichen. Schwetzingen ist eine malerische Stadt, die besonders für ihr beeindruckendes Schloss und den dazugehörigen Garten bekannt ist. Das Schwetzinger Schloss, ursprünglich als Jagdschloss der Kurfürsten von der Pfalz erbaut, wurde im 18. Jahrhundert im Barockstil umgestaltet und später im Rokoko-Stil ergänzt.



Der Schlossgarten in Schwetzingen ist ein echtes Paradies für Gartenliebhaber. Er stammt aus dem 18. Jahrhundert und war charakterisiert durch seine riesigen, gepflegten Flächen und viele kreative Gestaltungselemente. Besonders beeindruckend war der große Englische Garten, der mit seinen malerischen Landschaften und kunstvollen Details eine tolle Mischung aus Natur und Architektur bietet. Hier gab auch einige coole Gebäude und Statuen, wie den berühmten Tempel der Apollon und den stylischen Rokokopavillon.



Als wir dort waren, war es richtig heiß, aber das hat mich nicht davon abgehalten, durch den Garten zu schlendern und auf der Suche nach dem besten Fotomotiv zu sein. Ein Regensprenger hat mir zwischendurch eine erfrischende Dusche verpasst, was mir echt den Tag gerettet hat. Die vielen tollen Motive haben sich wirklich gelohnt! Die Männer in der Familie warteten mehr oder weniger geduldig auf einer Bank im Schatten.



So, dann hatte ich genug Bilder im Kasten und die Temperatur drückte wieder ordentlich, meine Klamotten waren schon wieder getrocknet. Danach fuhren wir an den Großen Kolpinsee um uns abzukühlen. Es tat sehr gut im Schatten der Bäume zu dösen, zu lesen und bisschen was zu knabbern. Ab und zu rein in die kühlen Fluten tat noch besser. Der Baggersee war groß genug für eine Wasserskianlage und während man durchs Wasser schwamm, konnte man auf der anderen Seite die wagemutigen Sportler beobachten. Die Wasserqualität war auch in Ordnung. Klar, ist es mit Ostsee nicht zu vergleichen, aber für eine Abkühlung an diesem schwülen Sommertag war es mehr als ok.

7. Der Musikantenbuckel in der Pfalz
Eine Freundin, die in der Pfalz lebt, sah meine Statusbilder und rief mich sofort an, dass ich sie unbedingt besuchen muss. So machten wir uns einen Abend auf nach Frankenthal in die Pfalz. Wir hatten uns ein paar Jahre nicht gesehen und hatten uns viel zu erzählen. Unsere beiden Jungs sind gleich alt und wir quatschten über alte Zeiten und unseren alten Job, wo wir uns kennengelernt hatten.
Wir killten eine Weinschorle, die in der Pfalz immer in Halblitergläsern serviert wird und ich hatte gleich einen Schweißausbruch. Es war wieder so heiß und trotzdem wollten wir auf der Terrasse sitzen, weil die schönen Tage in Deutschland und besonders bei uns im Norden gezählt sind. Wir aßen einen leckeren Flammkuchen mit Blutwurst und Apfelmus und machten uns auf zum Musikantenbuckel.


Der Musikantenbuckel liegt zwischen Freinsheim und Großkarlbach mitten in einer Weinanlage. Der Garten erstreckt sich über mehrere Terrassen und ist von Weinreben, Trockenmauern und vielen verschiedenen Pflanzen umgeben. Ein besonderes Highlight ist der über 3 Meter hohe Tubabläser aus Mörtel. Auf den Terrassen gibt es außerdem weitere musikalische Kunstobjekte.



Der Garten wurde als ein Ort der Entspannung gestaltet, hier treffen sich Musiker, klimpern gemütlich vor sich hin . Es finden aber auch „offizielle“ Musikveranstaltungen statt, die ein Anziehungspunkt für Musikliebhaber sind. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf Freinsheim, das Haardtgebirge, die Rheinebene und den Odenwald. Es hatte ein wenig was von Italien und war urgemütlich.



Wir setzten uns zu einer Gruppe Musiker, wo der Mann meiner Freundin mitspielte, aßen noch Brezen mit Pfälzer Wurst und genossen diesen wunderschönen Abend, der uns mit einem fantastischen Sonnenuntergang über den Weinbergen belohnte. Wir konnten den lieben Gott einen guten Mann sein lassen an diesen Urlaubstag und es war einer dieser magischen Momente, wo alles stimmte. Ich glaube, die Pfalz muss auch noch von uns erobert werden. Es gibt wirklich so viel in Deutschland zu entdecken, da braucht man im Sommer gar nicht woanders hinfahren.



Und mit diesen Bildern beende ich den Blogbeitrag über unseren Sommerurlaub in Deutschland. Ein Beitrag über das Elsass wird noch folgen. Dort haben wir auch noch ein paar Tage verbracht. Da wir ganz viel Familienzeit in diesem Urlaub verbracht haben, kreuze ich bei Antetannis Jahresbingo diese Feld an und schwelge noch ein bisschen in Erinnerungen an den Sommer in Süddeutschland.


Eine Antwort auf „Unser Sommerlaub in Heidelberg, Speyer, Schwetzingen und ein Ausflug zum Musikantenbuckel“