Ostern ist vorbei und ich hoffe, ihr hattet auch ein paar erholsame Tage und habt nicht zu viele Ostereier auf einmal schnabuliert. Ich hatte ein paar Tage frei und habe es sehr genossen, mich bei österlicher Stimmung zu Hause zu entspannen und am Ostersonntag für meine Familie zu kochen. Ansonsten habe ich viel frische Luft getankt, ein paar Besorgungen erledigt – und natürlich gestrickt.
Hach, was ich an solchen freien Tagen liebe: der letzte Schluck Kaffee am Frühstückstisch und dann noch schnell ein paar Reihen auf die Nadeln. Oder auch ein paar mehr. Und so ist mir doch tatsächlich der eine oder andere Sophie Scarf von der Nadel gehüpft. Ja, bei diesen kleinen, süßen Dingern darf man das wirklich sagen. Pullover brauchen da deutlich länger, da hüpft nichts – eher ein gemächliches Vorankommen.
Eigentlich begann die Geschichte schon vor einem Jahr. Meine Tochter schlich damals wie ein Kätzchen um mich herum und fragte, ob ich ihr nicht einen Sophie Scarf stricken könnte. Natürlich konnte ich, und so lag er 2024 unter dem Tannenbaum. Danach kamen andere Projekte und es verging mehr als ein Jahr, bis ich – vermutlich durch Instagram – wieder daran erinnert wurde, wie schön diese kleinen Schals doch sind. Zeitgleich hatte ich meine Liebe zu Streifenshirts wiederentdeckt (auch hier habe ich so eine leise Ahnung, woher das kam) und fand die Idee eines kleinen roten Hinguckers zu meiner Brille einfach perfekt.
Also habe ich mir aus feinstem Kaschmir in wenigen Tagen einen eigenen gestrickt. Und dann war es passiert: Ich hatte Blut geleckt. Die gestreiften Varianten, die einem überall begegnen, hatten es mir plötzlich angetan. Zum Glück war noch genug rotes Garn übrig, sodass ich nur ein weiteres Knäuel bestellen musste und direkt die größere Variante anschlagen konnte. Blau-weiß musste natürlich auch sein.
Meine Schnecki, die gerade krank war, habe ich ebenfalls gefragt, ob sie noch einen möchte. Ihren roten trug sie inzwischen wie ein Schnuffeltuch das ganze Jahr über, sodass ich ihm erst einmal eine sanfte Handwäsche gönnen musste. Die Antwort kam prompt: Au ja, matchagrün bitte. Also wanderte feinstes Kaschmir in den Warenkorb – kurzer Moment Augen zu beim Preis – und wenig später war das Paket schon da. Ein großes Lob an dieser Stelle an Maschenfein, wo ich immer ratzfatz meine Bestellung bekomme und gleich loslegen kann. (Werbung, alles selbst bezahlt)



Bis zu meinem Osterurlaub hatte ich fast drei Sophie Scarfs fertig und konnte es nicht abwarten, den matchagrünen schon vorher zu überreichen. Die Freude war groß, und auch der Freund meiner Tochter war von der Farbe begeistert. Als ich dann noch meine gestreiften Varianten zeigte, war klar: Da geht noch mehr. Also noch einmal Wolle bestellt, diesmal mit einem schönen Beige – und irgendwie haben sich auch zwei hellblaue Knäuel dazugesellt und ein neues Zuhause gefunden.
Den Osterurlaub habe ich dann unter anderem damit verbracht, einen kleinen matcha-beigefarbenen Schal zu stricken. Ich hatte so eine Freude dabei. Nadeln in 3,5 mm, die zarte Kaschmirwolle glitt nur so durch die Finger, und durch die Streifen entfiel auch noch das ständige Zählen. Besonders glücklich war ich jedes Mal, wenn wieder einer dieser kleinen Schätze fertig war und nach einem sanften Entspannungsbad in Form gebracht wurde.



Falls ihr euch auch an Streifen versuchen wollt: Es ist eigentlich ganz einfach. Den Faden der nicht gestrickten Farbe legt man am Anfang der Reihe über den Arbeitsfaden, sodass er später im i-Cord-Rand verschwindet. So kann man wunderbar Streifen stricken, ohne am Ende ein Fadenchaos zu haben. Eine wirklich schöne Lösung, die mich dann doch wieder dazu verleitet hat, das eine oder andere Strickvideo anzuschauen. Auf Insta findet ihr dazu tolle Anleitungen.




Mein Osterhase musste als Model herhalten, und ich finde, ihm stehen die kleinen Schals ganz ausgezeichnet. Bei den Temperaturen war so ein Minischal ohnehin mehr als passend. Und weil ich keinen Rest dieses kostbaren Garns ungenutzt lassen wollte und außerdem Lust auf eine etwas größere Variante hatte, ist aktuell noch ein etwas größerer Sophie-Schal auf meinen Nadeln. Aber erst zeig ich euch noch meinen Lieblingsschal am lebenden Objekt. Wie ihr seht, bin ich schwer verliebt in meinen kleinen roten Kumpel.


Mein Sophieschal ist noch nicht ganz fertig, aber ich war ziemlich im Strickflow und habe jede freie Minute genutzt, um noch ein paar Reihen zu schaffen. Zwischendurch habe ich immer wieder gerechnet, ob das Garn wohl reicht – bisher hatte ich Glück, und die Streifen sind schön gleichmäßig geworden. Das war mir wichtig, damit es nicht zu unruhig wirkt. Ich habe vorher meine Wolle gewogen, damit ich weiß, wann ich bei diesem Dreieckstuch wieder abnehmen muss. Ich habe insgesamt 165 g Wolle und wie ihr seht, ist sie sehr ergiebig. Das wird ein butterweicher, zarter Frühlingsschal.
Na, wie findet ihr meine Kreation? Ich finde ja, er hat durchaus Designerqualitäten – Guido Maria Kretschmar wäre bestimmt stolz auf mich. Wie geht es euch mit diesen kleinen, modernen Minischals? Seid ihr auch schon ein bisschen angefixt oder lässt euch der Trend eher kalt? Welche Farbe würde euch am besten gefallen?
Mit meinen österlichen Minischals und dem nicht mehr ganz so kleinen Schal schaue ich noch bei Antetannis Jahresbingo im Feld Ostern vorbei und zeige mich außerdem beim DvD und beim Creativsalat. Ich freue mich wie immer sehr auf eure Kommentare.

