Der Februar war ein echtes Wechselbad der Gefühle. Von klirrender Kälte mit Minusgraden, die auf der Haut bissen, bis hin zu einem plötzlichen Hauch von Frühling – und dazwischen dieses ganz eigene Tau-Nebelwetter, das alles in ein graues, tropfendes Schweigen hüllt.
Für meinen 12tel Blick habe ich in diesem Monat gleich drei Fotos gemacht. Jedes davon erzählt eine andere Februar-Geschichte: das erste noch ganz im Griff des tiefsten Winters, das zweite im trüben Dazwischen, wenn der Schnee langsam aufgibt und die Welt in Nebel versinkt. Und dann das dritte Bild – aufgenommen ganz am Ende des Monats.



Lange konnte ich mich nicht entscheiden. Denn eigentlich zeigen alle drei genau das, was diesen Februar ausgemacht hat. Doch letztlich ist meine Wahl auf das letzte Foto gefallen.
Dort scheint sie – diese milchige Wintersonne. Noch zaghaft, noch blass, aber doch mit einer anderen Kraft. Ein Hauch von Frühling liegt in der Luft. Vielleicht ist es auf dem Bild kaum zu erkennen, doch wenn ich es anschaue, kann ich ihn fast riechen: diesen erdigen Duft, wenn der Boden langsam auftaut. Man ahnt die Knospen, die im Inneren der Bäume längst wachsen und sich – noch unsichtbar – dem Licht entgegenstrecken.
Hach. Es wird Frühling.

Und ehrlich gesagt: Ein Glück. Dieser Winter war in diesem Jahr besonders hart. Umso schöner ist das Gefühl, ihn wieder einmal geschafft zu haben. Schritt für Schritt, Monat für Monat – so wie auch mein 12tel Blick wächst und sich verändert.
Mit meinem Februarfoto ziehe ich nun weiter zu Evas 12tel-Blick-Linkparty, wo wir jeden Monat neue Bilder vom selben Ort bewundern dürfen – und dabei staunen, wie viel sich verändert, obwohl doch alles am gleichen Platz bleibt.
Ich freue mich schon darauf, im März zu sehen, was sich an meinem Spot tut, auch wenn es nicht ganz einfach ist, den richtigen Winkel zu treffen. Egal, ich habe noch 10 Monate Zeit zu üben.
