Anfang März hieß es bei uns wieder: Koffer packen, Alltag aus – und rein ins Weiber-Wellness-Wochenende. Auch dieses Jahr zog es uns zurück nach Wustrow auf den Darß ins Dorint-Hotel. Das letzte Mal fiel der 8. März auf einen Samstag und wir hatten gar keine Chance, durch die kleinen Läden im Ort zu schlendern. Und weil es uns ohnehin so gut gefallen hatte, fiel die Entscheidung für eine Wiederholung nicht schwer.
Der Wetterbericht versprach feinstes Frühlingswetter, der Freitag wurde kurzerhand mit Überstunden freigeschossen und gut gelaunt ging es Richtung Ostsee. Im Hotel angekommen wartete direkt die erste Überraschung auf uns: Upgrade! Statt normaler Zimmer bekamen wir Appartements im neuen Trakt – mit Küche, Kamin, großzügigem Wohnzimmer und separatem Schlafzimmer. Schon beim Auspacken fühlten wir uns sauwohl, die ersten tiefgehenden Gespräche ließen nicht lange auf sich warten und eigentlich waren wir sofort im Wochenende angekommen.



Hungrig zog es uns ins „Moby Dick“, nur wenige Meter vom Hotel entfernt, direkt an der Seebrücke – die wir natürlich vorher noch schnell begutachten mussten. Die Sonne schien so herrlich und es war hinter den Scheiben auf der Terrasse so angenehm warm, dass wir kurzerhand draußen blieben. Eine Entscheidung, die wir nicht bereut haben. Nach einem feinen Salat mit überbackener Polenta gönnten wir uns noch die beste Waffel ever mit heißen Kirschen und Sahne, dazu ein Kaffee. Mehr braucht es manchmal nicht. Mit jeder Minute wurden wir entspannter und freuten uns auf das zweite Auto mit dem Rest unserer Weibergang.


Es folgten weitere Quatschrunden, noch eine Runde über die Seebrücke und ein gemütliches Abendessen im Hotel. Der Kellner machte sich ein wenig über uns lustig, weil wir weder besonders viel gegessen noch großes Interesse am Alkohol gezeigt haben. Offenbar ist er anderes gewohnt von Frauengruppen. Uns war das herzlich egal – wir sind inzwischen in einem Alter, in dem wir sehr genau wissen, was uns guttut. Und für alle Fälle hatten wir ohnehin ausreichend Vorräte an Snacks und Getränken im Appartement.
Dort wurde es dann auch richtig gemütlich. Zu sechst saßen wir am Tisch, spielten Kniffel, lachten, quatschten und stießen zwischendurch mit einem Kräuterschnaps an. Es war laut, es war lustig und ich bin mir ziemlich sicher, dass unsere Zimmernachbarn uns nicht überhört haben. Täschchen gab es auch gleich am ersten Abend.
Am nächsten Morgen ging es erst einmal ins Schwimmbad. Nicht besonders groß, aber perfekt, um ein paar Bahnen zu ziehen und die Glieder in Bewegung zu bringen. Danach Frühstück – und wie immer frage ich mich, warum ich zu Hause kaum ein Brötchen schaffe, während ich mich im Hotel problemlos durch ein komplettes Buffet probieren kann. Rührei, Obst, Säfte, Brötchen… und ja, auch fettiger Matjes am Morgen. Warum eigentlich nicht?
Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg zu unserer traditionellen Wanderung nach Ahrenshoop zur Mühle.



Bei strahlendem Sonnenschein liefen wir am Hafen vorbei, durch die Reetlandschaft bis nach Ahrenshoop, quatschend und lachend wie immer. Der Boden lag spiegelglatt in der Sonne und die Spiegelungen in der milchigen Frühlingssonne sahen einfach toll aus. Aber auch im Hinterland gab es einiges zu entdecken. Die Bauernhöfe lagen noch ein wenig im Winterschlaf, noch war kaum ein Fizzelchen Grün zu sehen. Dafür wedelte die Wäsche blütenfrisch im Frühlingswind. Sorry, aber das musste einfach aufs Bild! :-)



Auf unserem Weg kamen wir an Bootshäusern vorbei und es lag sogar noch ein wenig Eis auf der Wasseroberfläche. Wir hatten gerade den langen Winter überstanden, um so schöner war dieser milde Frühlingstag, wo uns das Laufen so gar nicht schwer fiel. Es tat wieder so gut, draußen zu sein.



Dann hatten wir unser Ziel erreicht. Ich liebe dieses Mühlencafé. Selbstgebackene Kuchen, liebevolle Details, kleine Dinge zum Anschauen und Mitnehmen – einfach ein Ort zum Wohlfühlen. Eigentlich war mir eher nach etwas Herzhaftem, aber da wir schon wieder fürs Abendessen in wenigen Stunden reserviert hatten, fiel die Wahl auf den Mohn-Quark-Kirschkuchen. Und die war genau richtig. Reetgedeckte Häuser haben immer so etwas Heimeliges, findet ihr nicht auch?


Zurück ging es am Strand entlang, insgesamt rund 14 Kilometer. Danach sind wir erst einmal ins Bett gefallen und haben ein kleines Päuschen eingelegt, die neue Flow studiert und am Handy Bilder ausgetauscht und bisschen gedaddelt.

Viel Zeit blieb allerdings nicht, denn schon bald ging es weiter zum Abendessen ins „Lucys“. Dort konnten wir den Köchen direkt bei der Zubereitung zusehen, was den Hunger nur noch verstärkte. Das Essen war fantastisch, liebevoll angerichtet und wirklich eine klare Empfehlung. Auch wenn die Kellnerin leicht genervt war, weil wir getrennt zahlen wollten – fürs Trinkgeld ist das schließlich die bessere Variante.
Tafelspitz, Backfisch und Zander waren drei der Gerichte, die wir genießen durften.



Zurück im Appartement wurde es wieder gesellig. Wir drehten noch ein kleines Reel in unseren lila Shirts, die uns schon seit Jahren begleiten, spielten weitere Runden Kniffel und hatten einfach Spaß. Wir lernten, dass man nur dran glauben muss und dann die Würfel richtig fallen. Philosophisch, nicht?


Am nächsten Morgen bekam jede von uns noch eine Rose zum 8. März, ein wirklich schöner Abschluss. Nach einem letzten gemütlichen Frühstück und einem Spaziergang am Strand machten wir uns wieder auf den Heimweg – gut erholt, voller Energie und mit einem Kopf voller Gespräche, die einfach gutgetan haben.
Und weil Vorfreude bekanntlich die schönste Freude ist, haben wir direkt neue Pläne geschmiedet: Nächstes Jahr geht es über den 8. März für ein verlängertes Wochenende nach Kopenhagen. Ich würde sagen – das klingt ziemlich perfekt. Ich nehme euch natürlich wieder mit.
Jetzt schaue ich noch bei Antetannis Jahresbingo vorbei mit dem Feld „Der Lenz ist da“. Auch wenn er sich zwischendurch mal verpieselt, stehen die Zeichen seit dem Weiber-Wellness-Wochenende auf Frühling und ich genieße jeden Sonnenstrahl.

