Unser Sommerurlaub in der Südpfalz

1. Landau inklusive Zoo

Unsere Zelte haben wir wieder in einem Airbnb aufgeschlagen und uns bei Klaus und Barbara sehr wohlgefühlt. Gefeiert haben wir angesichts der warmen Temperaturen die dicken Lehmwände, die die Luft kühl und angenehm hielten, sodass wir dort wunderbar geschlafen haben. Die Sitzplätze draußen haben wir gern genutzt und sind von dort zu Spaziergängen in die benachbarten Weinberge oder ins Landauer Zentrum gestartet.

Landau ist eine hübsche Stadt in der Südpfalz, Universitätsstadt und Mittelpunkt eines der größten Weinbaugebiete Deutschlands. In der Innenstadt mischen sich historische Gebäude, Überreste der alten Festungsanlagen und lauschige Plätze, an denen man sich mit einem Eis oder einer Schorle wunderbar treiben lassen kann. Auch wenn in der Innenstadt teilweise gebaut wurde, gab es reichlich zu bestaunen: den Rathausplatz mit den umliegenden Altbauten, das barocke Rathaus und die imposante Marienkirche, deren Turm aus dem 18. Jahrhundert stammt und das Stadtbild prägt.

Der Zoo Landau ist absolut sehenswert. Er ist relativ klein, aber sehr liebevoll und modern angelegt, mit einem Schwerpunkt auf Umweltbildung und Artenschutz. Die Dromedare (ein Höcker) als Wappentiere des Zoos sind sogar auf ein paar Ampeln in der Stadt verewigt. Vom Airbnb aus konnten wir bequem zu Fuß hingehen, und als Frau eines Biolehrers, der zweimal die Woche als Zooschulkoordinator arbeitet, haben wir neben den Tieren natürlich auch die moderne Zooschule besichtigt. Dort waren gerade Ferienspiele, überall wuselte es, und man merkte, wie ernst der Zoo die Idee nimmt, Kindern Natur und Artenvielfalt näherzubringen.

2. Wanderungen in der Südpfalz

Wir sind eher moderate Wanderer: 10 bis 13 Kilometer mit 400 bis 500 Höhenmetern reichen uns – besonders bei Temperaturen, die von 26 bis auf 36 Grad kletterten. Wir genießen dieses „einen Schritt vor den anderen setzen“, die Ausblicke, die Stille in der Natur. Im Pfälzerwald, wo einen das Blätterdach vor allzu großer Sonneneinstrahlung schützt, wandert es sich gut auf scheinbar endlosen Wegen, die wie ein riesiges Netz die Pfalz durchziehen.

Wir nutzen gern die Wanderapp Komoot, die uns navigiert, und wenn man erst einmal den Unterschied zwischen „rechts abbiegen“ und „rechts halten“ verstanden hat, ist die Orientierung einfach und man kommt zuverlässig am Ziel an. Ich habe mir das Weltpaket zu einem einmaligen Preis gegönnt und kann so die Karten herunterladen und offline verwenden. Das läuft dann über GPS, und ich brauche keine mobilen Daten – Netz in der freien Natur, ihr wisst schon. Meist nehmen wir vorgegebene Routen, die es ebenso zahlreich gibt wie Wanderwege, passen aber hier und da den Weg an, wenn wir noch ein Zwischenziel einbauen wollen. Die Touren sind nach den Routen auf Komoot benannt – wer also in die Pfalz zum Wandern möchte, kann sie dort direkt suchen.

Aufstieg zum Orensfels – „Schöner Wanderpfad Runde von Albersweiler“

10 km, 520 Höhenmeter – Das war schon ganz ordentlich, und an der Landauer Naturfreunde-Hütte haben wir dann das erste Mal Rast gemacht. Der Blick von dort ist aber auch schon sensationell, da darf man guten Gewissens die erste Schorle oder den ersten Apfelsaft wegzischen. Der Platz, an dem die Gleitschirmflieger starten, hat uns sehr beeindruckt. Ehrlich gesagt, würden wir uns das beide niemals trauen. Ich vielleicht noch im Tandem, aber da müsste ich mir auch erst Mut antrinken.

Den Orensfels haben wir kurioserweise verpasst. Dafür hätten wir noch einen Abstecher machen müssen. Da die App aber nicht nörgelt, wenn man anders läuft, ist mir das erst hinterher aufgefallen. War nicht so schlimm: Ich habe den Orensfels bei der nächsten Tour miteingebaut – und wenn du noch etwas Geduld hast, siehst du dazu später noch die Bilder.

Ludwigsturm – Hilschweiher Runde von Hochberg

11,8 km und 560 Höhenmeter – Der Ludwigsturm auf dem Hohenberg wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Aussichtsturm erbaut und ist ein klassischer, steinerner Turm mit Wendeltreppe. Selbst für Höhenängstliche ist er gut machbar, weil man keine Gitterstufen hat, durch die man nach unten schauen kann. Der Ausblick im Hochsommer ist allerdings wenig spektakulär, da das dichte Blattwerk der Baumkronen fast jeden Fernblick schluckt. Also: bisschen Workout, Aussicht erahnen, und weiter ging’s.

Wir sind dann bis zur Waldgaststätte Schweizerhaus gelaufen, von wo der Blick ins Tal schon deutlich spektakulärer war. Wir genossen die beste Traubenmostschorle on earth und plauderten nett mit ein paar älteren Ladies, die sich ebenfalls zum Wandern verabredet hatten. Sie wunderten sich ein wenig über Leute, die von der Küste kommen, um im Pfälzerwald zu wandern. Wie gesagt: Touristen sind dort im Sommer nicht so reichlich.

Wir sind auch dieses Mal ohne unseren obligatorischen Magneten vom Urlaubsgebiet nach Hause gefahren – einfach, weil es keine klassische Touristenbude gab, die so etwas anbietet. Am Ludwigswinkel (am Ludwigsturm gibt es tatsächlich eine Hütte) vorbei ging es weiter zum Hilschweiher. Hier kann man sich ein Ruderboot ausleihen, aber noch besser ist es, an der Hütte einen leckeren Kuchen mit Kaffee zu bestellen. Der Rückweg führte an einem Bächlein entlang, über kleine Brücken, das Wasser gab zusätzliche Kühle – diese Tour ist absolut auch für warme Tage zu empfehlen.

Von Frankweiler „Am Steigert“ nach Frankweiler – inklusive Orensfels

8,7 km und 410 Höhenmeter – Da wir an dem Tag auch noch auf ein Weinfest (siehe Kapitel Weinfeste) wollten und die letzten beiden Touren noch in den Knochen hatten, sind wir es etwas moderater angegangen. Was ich mir allerdings auf dieser Route nicht entgehen lassen wollte, war der verpasste Orensfels von der Wanderung zwei Tage zuvor. Also flugs die Route erweitert und los ging’s.

Vom Parkplatz ging es wieder zur Landauer Naturhütte, wo an diesem Sonntag richtig was los war. Sonntag ist Hüttentag, und die Pfälzer fahren und wandern mit Mann und Maus auf die Hütte. Ich mag diesen Pfälzer Gemeinschaftssinn sehr und verstehe bei den moderaten Preisen absolut den Drang, es sich bei gutem Wetter gemeinsam gutgehen zu lassen. Essen hält eben Leib und Seele zusammen.

Wir kehrten aber nicht in die Landauer Hütte ein, wir hatten ja den Orensfels im Visier – und das war wirklich eine supertolle, grandiose Aussicht. Wer sich in der Südpfalz bewegt, sollte dieses Highlight auf keinen Fall verpassen. Der Orensfels ist eine Buntsandsteinfelsengruppe über dem Queichtal mit einem gesicherten Aussichtspunkt, von dem man weit über die Rheinebene und die Hügel des Pfälzerwaldes schauen kann.

Unseren Hunger und Durst stillten wir dann auf der Ringelsberghütte, wo es leckere Fläschknepp gab. Ein paar Radfahrer, zu denen wir uns unter einen Schirm gesetzt hatten, beneideten uns sichtlich um unser Essen. Sie wollten nur etwas trinken, weil sie nicht so vollgefuttert weiterfahren wollten, schielten aber doch ein bisschen hungrig auf unsere Teller. Auch von dieser Hütt’n hatte man eine fantastische Aussicht in die Rheinebene. Einfach schön.

Toller Waldpfad – Kalmithaus Runde von Haardt

5,36 km und 250 Höhenmeter – Heute wollten wir nur eine kleine Runde wandern und uns die Felsen an der Kalmit nicht entgehen lassen. Die Kalmit ist mit rund 673 Metern der höchste Berg im Pfälzerwald, und rund um den Gipfel finden sich beeindruckende Buntsandsteinfelsen, die teils wie übereinandergestapelte Blöcke und verwitterte Türmchen im Wald stehen.

Das ist eine ziemlich beeindruckende Landschaft, und man hat stellenweise den Eindruck, in einer Märchenwelt zu sein. Das Wetter war an dem Tag etwas bedeckt und kühler, und so wurde der düster-romantische Eindruck noch verstärkt. Es hat mich ein wenig an die Böhmische Schweiz erinnert. Nachmittags sind wir dann nach Maikammer und St. Martin gefahren – dazu mehr im nächsten Kapitel.

Vom Parkplatz Gleisweiler Wald – Blick ins Rheintal zu der historischen Walddusche am Hainbach

2,9 km und 110 Höhenmeter – Da die historischen Waldduschen nicht auf unseren bisherigen Wanderrouten lagen, sind wir extra hingefahren. Der heiße Tag lud uns ein, dieses beworbene Highlight zu besuchen: Wir stellten uns vor, unter quellklarem Bergwasser so richtig abzukühlen.

Ehrlich gesagt, haben wir mehr erwartet als ein doch etwas spärliches Rinnsal, das da aus dem Berg lief. Wir haben uns trotzdem daruntergestellt, bedauert, dass wir keine Badelatschen mithatten, und waren zumindest ein bisschen erfrischt. Also: Haken dran an diese Sehenswürdigkeit.

Burgruine Madenburg Runde von Annweiler am Trifels – inklusive Trifels

12,3 km und 360 Höhenmeter – Das war unsere längste Wanderung, aber auch eine der schönsten. Wir hatten uns mit unseren Freunden verabredet – Auftrag: „Sucht mal was mit Madenburg und/oder Burg Trifels raus.“ An der Überschrift seht ihr schon, wie es geendet hat, aber von vorn.

Wir starteten auf dem Parkplatz Schlossäcker und stellten schon dort fest, dass wir praktisch am Fuß des Trifels parkten. Als erstes wollten wir aber die Burgruine Madenburg erobern. Vorbei an Buntsandsteinfelsen wurde geplauscht, gelacht und geschnauft, und nach etwa 5 Kilometern kamen wir bei der Madenburg an. Es war heiß, wir waren etwas kaputt, und so setzten wir uns erst einmal in den Schatten, aßen Mittag und tranken das eine oder andere Getränk.

Wir spielten ein Pfalz-Quiz, und auch wenn unsere Freunde Pfalzprofis sind, weil dort geboren, haben wir uns tapfer geschlagen. Nachdem es selbst unter dem Schirm immer heißer wurde, besichtigten wir die Burgruine ausgiebig und traten den Rückweg an, bis wir wieder um ca. 16:45 Uhr am Parkplatz Schlossäcker landeten.

Unser Freund meinte: „Wenn wir uns beeilen, schaffen wir es noch bis zum letzten Einlass auf die Burg Trifels.“ Nicht lang überlegt, und dann die 60 Höhenmeter im Eiltempo bei kuscheligen 36 Grad in 10 Minuten hochgejapst. So geschwitzt habe ich schon lange nicht mehr. Schnell noch die Eintrittskarten gekauft und dann erst einmal den Wasserautomaten geplündert.

Wir finden, der Aufwand hat sich gelohnt. Die Burg Trifels zeigt sehr anschaulich, wie sie sich im Laufe der Jahrhunderte verändert hat und welche Bedeutung sie in ihrer Blütezeit hatte. Im Mittelalter war sie eine der wichtigsten Reichsburgen der Staufer und zeitweise Aufbewahrungsort der Reichskleinodien. In der NS-Zeit ließen die Nationalsozialisten die Burg in idealisierter, „mittelalterlich“ anmutender Form wieder aufbauen, um sie als Symbol eines vermeintlich glorreichen, deutschen Kaiserreiches zu inszenieren.

Beeindruckend sind die Reichsinsignien (Krone, Schwert, Zepter, Reichsapfel), deren Originale heute in Wien aufbewahrt werden und die auf dem Trifels als Nachbildungen gezeigt werden. Wer die Burg besichtigt, sollte sich unbedingt das Video im kleinen Kinoraum ansehen – dort bekommt man die Baugeschichte und die politische Rolle der Burg sehr anschaulich erklärt. Es war ein sehr schöner Tag, nicht zuletzt, weil wir mit Freunden gemeinsam diese wunderschöne Ecke in der Südpfalz erobert haben. Ihr denkt ja wohl nicht, dass ein Oberpfälzer schon die ganze Pfalz kennt – ihr kennt das sicher: Im eigenen Revier ist man gar nicht so oft unterwegs.

3. Maikammer und St. Martin

An diesem Nachmittag haben wir uns ein bisschen in Kultur und Kopfsteinpflaster treiben lassen und ein Loblied auf zwei entzückende Städtchen angestimmt: Maikammer und St. Martin. Beide liegen mitten zwischen Reben, und man hat das Gefühl, ständig Postkartenmotive vor der Nase zu haben.

Maikammer punktet mit liebevoll restaurierten Winzerhöfen, Sandsteinfassaden und alten Villen aus der Zeit des Weinhandelsbooms im 19. Jahrhundert. Hinter vielen Torbögen verstecken sich Innenhöfe, in denen im Sommer Wein probiert, gefeiert oder einfach nur im Schatten gesessen wird. Überall blüht es in Kübeln und an Fassaden, und selbst wenn man einfach nur durch die Gassen schlendert, kommt man aus dem Gucken kaum raus.

St. Martin wurde uns als „schönstes Städtchen der Gegend“ gehypt – und ich muss sagen, es wurde nicht zu viel versprochen. Enge, verwinkelte Gassen, Blumen überall, Fachwerk und Sandstein im perfekten Mix und mittendrin die Kirche, die sich in die Häuserzeile einfügt, als wäre sie schon immer da gewesen. St. Martin ist offiziell als „staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort“ ausgezeichnet und wurde mehrfach für sein Ortsbild prämiert – man merkt schnell, warum: Hier ist wirklich jede Ecke fotogen.

4. Weinfeste

Wir sind nicht nur wegen der Wanderungen in die Pfalz gefahren, sondern auch wegen der Kultur der Weinfeste. Für uns norddeutsche Biertrinker ist das wirklich, als würden wir ein anderes Land besuchen. Angesichts der Weinfeste wissen wir, warum die Rheinland-Pfälzer solche Frohnaturen sind. Hier wird Gemeinschaftssinn wirklich gelebt.

Es gibt kaum einen Ort, der nicht sein jährliches Weinfest feiert, und dann wird auch wirklich gefeiert. Von Kindern im Buggy bis hin zu Oma mit Rollator ist alles auf den Beinen. Die Leute setzen sich an lange Biertische, Dorfvereine backen stundenlang Flammkuchen und andere Leckereien und schenken in den berühmten Dubbegläsern (0,5 l) Weinschorle in Massen aus. Mehrere Livebands spielen für Althippies, Oldies und unsere Generation; hier und da legt auch ein*e DJ(ane) auf, wo sich das Jungvolk sammelt.

Es ist voll, die Bänke sind bis auf den letzten Platz besetzt, und es herrscht eine tolle Stimmung. Man kann tanzen, und gerade wenn man nicht mehr so im Klubalter ist, helfen die Coverbands, das Tanzbein doch noch mal zu schwingen. Das wird ausgiebig genutzt, und auch auf der Tanzfläche ist es rappelvoll. Wir waren bei drei Weinfesten, und unser Ferienwohnungs-Host meinte, das sei schon deutlich über dem Standard.

Sibbeldinger Fassschlubberfeschdl

In Siebeldingen wurde eine ganze Straße inklusive Schulhof für das „Feschdl“ freigemacht, und es war eher klein, aber sehr gemütlich. Die Band war super, und auch wenn wir uns angesichts der bevorstehenden Autofahrt nur ein Schörlchen genehmigt haben, war es ein tolles Erlebnis. BTW: Mir reicht eine Pfälzer Schorle sowieso – da hat man ja fast eine halbe Flasche Wein intus. Das reicht!

Kalmitweinfest an der Affenschaukel

Hach, das war besonders schön! Auf Bänken und Strohsäcken saßen wir mitten in den Weinreben und hatten einen fantastischen Blick über das Tal. Die Affenschaukel ist ein steiler, kurviger Weg mit markanter Hanglage, dessen Spitzkehre angeblich früher von den Kindern wie eine Schaukel genutzt wurde – daher der Name.

Hier standen die Weingüter mit Zelten und boten natürlich Wein und leckere Essensgerichte an. Wir haben uns dort mit unseren Freunden aus der Pfalz getroffen und diesen Ausflug sehr genossen. Wir wollten gar nicht los, weil die Stimmung so gut war. Wir haben den Sonntagnachmittag bis in den Abend dort verbracht, und es wäre wirklich schade gewesen, wenn wir dieses Weinfest verpasst hätten.

Landau-Nußdorf – Kerwe

Das dritte Weinfest war an unserem letzten Abend. Es war ein warmer Sommerabend, und wir konnten zu Fuß nach Landau-Nußdorf zur jährlichen Kerwe laufen. Wir waren überrascht, wie groß das Weinfest dort war. Da Landau ja auch eine Studentenstadt ist, waren viele junge Leute unterwegs, die sich um den DJ scharten.

Das ist eher meine Musik als irgendwelche 70er-Jahre-Hits – da bin ich dann doch für ordentliche Dance-Moves zu haben. Wir haben noch einmal zünftig pfälzisch gespeist und sind dann zu einer moderaten Zeit wieder „ins Tal“ nach Landau abgestiegen. Hihi, das hört sich dramatischer an, als es ist, aber wir sind nun mal beim kleinsten Hügelchen außer Atem – an der Küste haben wir es halt wirklich flach.

5. Ein Abstecher nach Wissembourg

Wir wollten einen Nachmittag zu Freunden ins Elsass fahren und entschieden uns, den Vormittag in Wissembourg zu verbringen und uns dieses hübsche Städtchen gleich hinter der Grenze anzuschauen. Wissembourg wurde im 7. Jahrhundert rund um ein Benediktinerkloster gegründet und war später Mitglied des Dekapols, des elsässischen Städtebunds, was ihm lange Zeit politische und wirtschaftliche Bedeutung verlieh.

Ich war wieder einmal sehr verzückt von den Fachwerkbauten, den schnuckeligen Gässchen und der Kirche. Schaut doch mal, wie sich das Licht in so einem Kirchgang in den Bögen bricht. Ich mag diese besondere Stimmung in kathedralartigen Gebäuden – und bei 36 Grad draußen ist es besonders angenehm, wenn es innen kühl ist und man einfach mal wieder durchatmen kann.

Die Hauptkirche, die Abteikirche Saints-Pierre-et-Paul, ist eine gotische Kirche, deren älteste Teile aus dem 13. Jahrhundert stammen und die zu den größten Sakralbauten im Elsass zählt. Besonders beeindruckend sind die hohen Spitzbogenfenster und der Chor, in dem das bunte Licht der Glasfenster die Sandsteinwände in Farbe taucht.

Ich muss zugeben, dass wir Wissembourg recht ziellos durchschlendert haben und nicht jede Sehenswürdigkeit besucht haben. Es war wirklich ziemlich heiß, und ein Besuch bei Daniel Rebert lockte mehr als noch mehr heiße Pflastersteine. Dazu im nächsten Kapitel mehr.

6. Essen und Trinken

Hüttenkultur

Die Hüttenkultur in der Pfalz ist ein eigenes Kapitel wert. Auf den Hütten gibt es herzhafte, unkomplizierte Küche: Suppen, Wurstsalat, Bratwurst, Dampfnudeln, Saumagen, Leberknödel und – zur großen Freude meines Mannes, eines bekennenden Hackfleischfans – Fläschknepp. Die kommen in der Pfalz klassisch mit Meerrettichsoße daher und sind ehrlich gesagt wirklich ziemlich lecker.

Viele der Pfälzerwald-Hütten werden von Vereinen wie dem Pfälzerwald-Verein ehrenamtlich betrieben und sind Teil des von der UNESCO anerkannten Biosphärenreservats Pfälzerwald–Nordvogesen. Durch dieses Engagement bleiben die Preise bezahlbar, und die Portionen sind wandererfreundlich groß – ebenso wie die Schorlen, die jede Tour mehr als belohnen.

Cafés in Landau

In Landau, als Außenstelle der rheinland-pfälzischen Uni, gibt es außerdem ein paar richtig coole Cafés, die im Gegensatz zur eher deftigen Hüttenküche auch leckere vegane Gerichte anbieten. Gleich nach unserer Ankunft kehrten wir in der „Zur Krummbeere“ ein und haben einen extrem leckeren Kuchen gegessen. Genau das Richtige nach 7½ Stunden Autofahrt mit nur einer Toilettenpause.

Sehr empfehlen können wir auch das Tagescafé „Suppe mit Brot“. Hier saßen wir unter einem Feigenbaum im Schatten und haben leckere Bowls verspeist. Mein Mann – na, wer rät es? – hat Bolognesesuppe gegessen, und ich ein Curry mit Esskastanien. Was für eine super Idee, die milden, nussigen Esskastanien mit scharfen indischen Gewürzen zu kombinieren. Das muss ich unbedingt nachmachen.

Süßes Glück bei Daniel Rebert in Wissembourg

Wie versprochen, hier noch mehr zu Daniel Rebert, der Patisserie in Wissembourg. Unsere Freunde aus der Pfalz hatten uns schon erzählt, dass dieses Café unbedingt auf die Bucketlist gehört. Da wir sowieso müde und hungrig waren, kehrten wir dort ein und fanden sogar noch einen Schattenplatz.

Erst einmal entschieden wir uns für etwas Herzhaftes – und was passt da besser als eine Quiche? Brokkoli und Roquefort sind dabei eine ausgezeichnete Kombi. Dann musste noch eins der leckeren Törtchen herhalten. Ich bin ja sonst eher für rustikale Kuchen, aber diese kleinen Kunstwerke muss man einfach probieren. Nicht zu süß, cremige feinste Mousse und mehrere Böden, die entweder fluffig-locker oder crispy-nussig waren. Gott, da hatte der Mundraum gut zu tun, die Konsistenzen und Geschmacksrichtungen zu erforschen. Einfach göttlich.

Vielen Dank, dass du bis hier gelesen hast. Du bist wahrscheinlich auch ein echter Pfalzfan – oder möchtest einer werden. Wir haben die Zeit dort sehr genossen und wissen, dass wir eines Tages wiederkommen. Es gibt noch so viel zu entdecken, und wir können uns gut vorstellen, noch viele Wanderungen, Weinfeste, Besuche bei Freunden und Abstecher nach Frankreich zu unternehmen.

Da unsere Urlaube immer ein wenig „raus aus der Komfortzone“ sind – weil wir erstens immer wieder neue Regionen entdecken wollen und uns zweitens auch sportlich ein bisschen herausfordern –, mache ich hier bei Antetannis Jahresbingo ein dickes Kreuzchen.

Was hast du dieses Jahr im Urlaub gemacht? Oder hast du deinen Urlaub noch vor dir? Egal, ob dich der Alltag schon wieder hat oder ob du dich noch auf die schönste Zeit des Jahres freuen darfst, ich hoffe, du hattest / hast eine tolle Zeit und bist vielleicht hier und da auch ein wenig aus deiner Komfortzone gekommen. Ich freue ich auf deine Kommentare.

undiversell

Ich freue mich, dass du mich gefunden hast! Schau dich gern um. Ich zeige dir auf meinem Blog Handgemachtes, Hausgemachtes und Meer. Wenn du dich für Häkeln, Stricken, Nähen, Basteln, Nachhaltigkeit und Reisen interessierst, bist du hier genau richtig. Suchst du unkomplizierte Rezepte zu frischer, saisonaler Küche und leckere Kuchen, lass dich inspirieren. Bist du Fan von vegetarischer und veganer Küche? Hier wirst du fündig. Nachmachen ist ausdrücklich erwünscht. Viel Spaß und schöne Momente auf meiner Seite wünscht dir Undine von "undiversell"!

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