In letzter Zeit bin ich dem Stricken regelrecht verfallen. Schon im vergangenen Jahr war mir ein grüner Pullunder über den Weg gelaufen, den ich unbedingt – so oder so ähnlich – selbst stricken wollte. Wie das mit Herzensprojekten manchmal so ist, begann alles voller Euphorie: Ich kaufte gleich zwei Anleitungen und legte los.
Und scheiterte. Mehrmals.
Der Ausschnitt wollte einfach nicht so werden, wie ich ihn mir vorgestellt hatte, und irgendwann dämmerte mir die entscheidende Erkenntnis: Anleitungen für glatt rechts funktionieren GAR NICHT für Patentmuster. Also neuer Anlauf, neue Hoffnung – diesmal mit einer Anleitung für einen Patentpullover. Doch auch hier war das Anpassen mühsam, denn natürlich passte die Maschenprobe wieder einmal nicht.



Lange Rede, kurzer Sinn: Nach unzähligen Versuchen, Anpassungen und sehr, sehr vielen Ribbelrunden war es irgendwann so weit. Mein Pullunder – oder Slipover, Sweatervest, wie auch immer man ihn nennen mag – war fertig. Und ich bin richtig stolz darauf. Ich trage ihn inbrünstig oft und ausgesprochen gern.
Ich liebe ja Pullunder. Ich mag es am Körper immer schön warm haben, aber brauche Armfreiheit. Enge Schultern und zu viel Gedöns an den Armen stören mich oft. Da kommt mir der Trend mit den Strickteilen ohne Ärmel sehr entgegen.
Verstrickt habe ich die DROPS Baby Merino in diesem herrlichen Grasgrün. Gestrickt wurde im Halbpatent, wobei ich bewusst die glatte Seite nach außen genommen habe. Die i-Cord-Ränder geben dem Ganzen einen schön cleanen Look, und am V-Ausschnitt habe ich alle 16 Reihen jeweils zwei Maschen zugenommen.
Ich liebe dieses moderne Grün sehr – und vielleicht erinnert sich die eine oder der andere, dass ich mir vor einiger Zeit auch schon ein Kleid in genau dieser Farbe genäht habe. Wer mag, darf hier gern noch einmal nachschauen: (Wohlfühlkleid in Midilänge).
Am vorletzten Wochenende trug es sich dann zu, dass ich ehemalige Kolleginnen in Warnemünde getroffen habe, die ich inzwischen seit fast 25 Jahren kenne – und die längst zu echten Freundinnen geworden sind. Auch wenn wir uns nicht ständig sehen, können wir immer sofort anknüpfen. Unser Brunch am Samstag artete dann auch kurzerhand in eine knapp fünfstündige Veranstaltung aus. Es war herrlich. Und selbst wenn ich hinterher vom vielen Erzählen gefühlt Fransen am Mund hatte, war ich ganz beseelt von unseren Gesprächen. Wir wissen einfach wie wir ticken und kennen uns vom gemeinsamen Arbeiten wirklich gut.



Auf der Rücktour „durfte“ dann noch schnell eine Freundin ein paar Fotos machen. Ich finde, sie ist sehr begabt – und so gibt es hier endlich wieder ein kleines Strick-Update auf dem Blog. Schaut selbst, wie wohl ich mich in meinem grünen Pullunder fühle.
Der Rock übrigens ist eine Pattydoo Chloe. Vor Jahren genäht, dann lange etwas zu groß – und mittlerweile bin ich hineingewachsen. Er ist aus einem dickeren Wolljersey, herrlich bequem und trotzdem schick, wie ich finde.



Die Aufnahmen an den Schulternähten habe ich bewusst so gemacht, dass die Nähte nach außen zeigen. Das unterstreicht die Geradlinigkeit und man hat keine unschönen Musterübergange.
So, und jetzt schau ich noch bei Antetannis Jahresbingo 2026 mit dem Feld „Mein Freund der Fehler“ vorbei. Ich finde, das passt hervorragend. Gleich noch beim Dings vom Dienstag und beim Creativsalat eingekehrt, um mein grünes Teilchen vorzustellen.
Wie sieht es bei euch aus? Mögt ihr Slipover oder seid ihr Team Pullover? Freu mich auf eure Kommentare.


Ganz ganz wunderbar, liebe Undine. Wieder ein Teil, das dir hervorragend steht. Du hast ein gutes Händchen für Formen, Material und Farben. Tolle Fotos, tolle Frau.Liebe GrüßeAnita
LikeLike