Ein neuer Sweater hat Einzug in meinen Kleiderschrank gehalten – und dafür muss ich ein wenig weiter ausholen.
Eigentlich begann alles mit dem letzten MeMadeMay 2025, bei dem ich meine selbstgemachten Kleidungsstücke auf ihren Wohlfühlfaktor überprüft habe. Das Ganze mündete schließlich in die Entscheidungen: „Hey, du darfst bleiben!“ oder „Nein, du musst gehen – oder zumindest abgeändert werden!“
Auch mein Slipover in zartem Rosa stand auf dem Prüfstand. Da mir der Kragen nicht mehr gefiel, entschied ich mich für eine Änderung. Wenn schon, denn schon, dachte ich mir, und wollte gleich noch die Schulternähte hübscher gestalten. Nun ja … das Ganze endete in einem quadratisch-praktischen, aber leider überhaupt nicht guten wollenen Etwas. Die Schultern zu breit, der Slipover zu kurz und ob die Wolle für den Kragen reicht, war auch fraglich. Okay. Dann eben nicht.


Also habe ich das gute Stück komplett wieder aufgeribbelt, damit daraus etwas Neues entstehen konnte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich gerade meinen Paillettenpullover zu Weihnachten fertiggestellt und wusste: Ich möchte unbedingt noch einen weiteren Pulli mit Pailletten. Rosa fühlte sich dafür gerade genau richtig an. Also wanderte flugs die Lana Grossa Cosmo in den Warenkorb – zusammen mit dem Flauschgarn Soffio, damit ich auf die passende Nadelstärke komme. Meine Wahl war bereits auf den Wilma Jumper von Lotilda gefallen, und ich freute mich auf Nadelstärke 7–8 und ein schnelles Ergebnis.


Tja … ganz so einfach war es dann doch nicht. Ich musste einige Anpassungen an der Anleitung vornehmen, weil die Maschenprobe nicht perfekt passte. Und diese dicken Nadeln verlangen wirklich nach ein paar Muckis – entspannter sind definitiv kleinere Nadelstärken.


Wie dem auch sei: Nach mehreren Anläufen passte schließlich alles, und ich kämpfte mich mit Merino, Flausch- und Paillettengarn durch das Strickstück. Ich sage euch: Pailletten und Flausch zanken sich wie Geschwister um die größere Kugel Eis. Die beiden mussten immer schön voneinander getrennt werden. Ansonsten ging das Projekt erstaunlich flott voran, und nach dem Body habe ich mich auch recht zügig durch Sleeve Island gehangelt. Ärmel sind ja nun wirklich nicht immer der spannendste Teil eines Projekts, oder?
Am Ende habe ich den Halsausschnitt noch mit Krebsmaschen umhäkelt und dadurch hatte er mehr Halt und saß perfekt. Ich bin ja große Meisterin im Improvisieren und lass nicht locker bis mir etwas 95%ig gefällt. Für 100 Prozent bin ich nicht perfektionistisch genug, aber mein Anspruch ist schon pretty high.


Und dann war er fertig: mein Wilma Jumper im Halbpatent, in Runden gestrickt. Die Wolle hat wirklich knapp gereicht und als Fan von Dreiviertelärmeln finde ich ihn genau richtig. Obwohl drei Garne verstrickt worden sind, ist der Pulli kein Hitzestauteil. Die Merinowolle und das Baumwollpaillettengarn sorgen eher für angenehme Kühle auf der Haut und das bisschen Flausch sorgt eher für einen melierten Effekt als für Wärme. Für mich ist das genau richtig, wenn der Wind auf dem Fahrrad noch ein wenig durch die Maschen pfeift. Ich finde ihn – by the way – auch perfekt als Überziehpulli über eine Bluse.
Natürlich wollte ich ihn auch gebührend in Szene setzen. Sofort dachte ich an die Kirschblüte im Botanischen Garten Rostock – wenn er dort nicht hinpasst, wo denn dann bitte? Also suchte ich mir einen sonnigen Morgen aus und stellte mich zusammen mit meinem Pikka Rock von ki-ba-doo unter einen rosa Blütenhimmel und drückte auf den Auslöser.
Den Rock habe ich aus Musselin genäht und ich mag den Swing, die Taschen, die Knopfleiste, einfach alles. Davon muss ich mir noch mehr Exemplare nähen. Durch einen Gummibund hinten ist der Rock sehr bequem und sitzt fantastisch. Sein etwas verwaschenes Rosa passt perfekt zu dem Zuckerwatterosa des Pullovers. Ich bin ein bisschen verliebt in diese Kombi.



Mal ehrlich: Das sieht doch aus wie KI-generiert. Ich verspreche euch aber, die Bilder sind ganz echt. Und genauso könnt ihr sehen, wie aus der Wolle eines verlodderten Slipovers ein neues Kleidungsstück entstanden ist, das nicht nur tragbar ist, sondern beim Wohlfühlfaktor ganz weit vorne mitspielt.


Zum Mudditag letztes Wochenende hatte ich ihn übrigens auch an. Zu Jeans und Bluse.
Ich mag besonders, dass er sich so wandelbar stylen lässt: etwas schicker mit Seidenrock und High Heels oder ganz entspannt mit schwingendem Rock, Jeans und Turnschuhen. Ich war schon immer ein großer Fan von vielseitigen Kleidungsstücken – und dieser glitzernde rosa Paillettenpullover gehört definitiv dazu. Ich werde ihn auch nicht nur sonntags tragen. Ein bisschen Glitzer schadet im Alltag nicht, oder?


Mit diesem Strickprojekt gehe ich bei Antetannis Jahresbingo mit dem Motto „Ach du Schreck zu Wow“ an den Start. Beim Creativsalat bin ich ebenfalls mit dabei.

Na, wie gefällt dir mein rosa Mädchenglitzertraum? Wäre das was für dich oder sagst du dir, blau ist immer noch am schönsten?
Wann hattest du zuletzt ein Projekt, das sich von „Ach du meine Güte“ zu „passt, wackelt und hat Luft“ entwickelt hat?
Ich freue mich auf deine Kommentare.
