Kräuterwanderung in Bröbberow

Manchmal sind es genau diese kleinen Ausflüge, die am längsten nachwirken. Ein heißer, schwüler Sommertag, eine entspannte Gruppe von etwa zehn Leuten, ganz viel neues Wissen – und mittendrin Kräuter, Blüten, Geschichten und richtig gutes Essen. Unsere Kräuterwanderung in Bröbberow in der Nähe der Beke war genau so ein Tag, der noch lange im Kopf und in der Nase bleibt.

Und ja: Auch wenn wir den Sommerabend davor ein kleines bisschen zu lange ausklingen lassen haben, war diese entspannte, naturverbundene Auszeit genau das Richtige.

Los ging es schon direkt vor der Tür eines liebevoll sanierten Pferdestalls – und zwar nicht erst mit dem ersten Schritt, sondern direkt mit der ersten Lektion. Noch bevor wir überhaupt richtig unterwegs waren, lernten wir, wie man echte Kamille von Hundskamille unterscheidet. Genau mein Ding: Wissen, das leicht verständlich erklärt wird und sofort hängen bleibt.

Überhaupt war das einer der schönsten Aspekte dieser Kräuterwanderung: Alles wurde in kleinen, verdaulichen Häppchen vermittelt. Nicht überfordernd, nicht so theoretisch, sondern so, dass man wirklich Lust bekam, noch genauer hinzusehen.

Auf unserem Weg begegneten uns unter anderem:

  • Ackerschachtelhalm, auch Zinnkraut genannt
  • Heckenrose
  • Johanneskraut
  • Kamille
  • Schlafmohn
  • Holunder, auch Holler genannt

Irgendwie habe ich nur die Heckenrose und den Schlafmohn fotografiert, aber ich finde die machen sich mit ihren Kurzzeitbewohnern ganz gut als Anschauungsmaterial.

Besonders schön fand ich die Geschichten rund um den Holunder. Dass das Märchen von Frau Holle mit dem Holler in Verbindung steht, war für mich eines dieser Details, die so einen Tag besonders machen. Man lernt nicht nur Pflanzen kennen, sondern auch das kulturelle Wissen drumherum – und genau das bleibt oft viel länger hängen als reine Fakten.

Die Stimmung in der Gruppe war angenehm ruhig und offen. Mit rund zehn Teilnehmer:innen hatte das Ganze genau die richtige Größe: persönlich genug, um Fragen zu stellen, aber groß genug, damit eine schöne Dynamik entsteht.

Bei der drückenden Hitze waren die schattigen Plätze unterwegs natürlich besonders begehrt. So klemmten wir uns bei den Minilektionen an Hecken, Büsche und unter Bäume. „Puh, gib mal bitte noch ein Schluck Wasser.“ war da der Slogan.

Nach dem ersten Teil freuten wir uns sehr auf die Pause – und die begann direkt mit einer erfrischenden Limonade ohne Zucker. Genau das Richtige bei diesem Wetter und viel besser als so lauwarmes Wasser.

Was danach kam, war alles andere als gewöhnlich und gerade deshalb so schön. Auf dem Tisch standen Gerichte, die einfach klangen, aber trotzdem besonders waren:

  • Pumpernickel mit Rosen-Kräuterbutter
  • Salat mit Gundermann
  • Nudeln mit Rosenwasserpesto
  • ausgebackene Holunderküchlein

Ich liebe ja genau solche Kombinationen: unkompliziert, natürlich und trotzdem mit diesem kleinen Twist, den man zuhause nicht jeden Tag macht. Es war lecker, leicht und irgendwie genau passend zu diesem Tag. Nicht geschniegelt, nicht fancy um des Fancyseins willen – sondern stimmig, kreativ und richtig gut. Hier wurde sich viel Mühe mit dem Essen gegeben und die fleißige Köchin hat bei der Hitze ein extra Bienchen verdient.

Vor allem zeigt so ein Essen auch nochmal, wie alltagstauglich Wildkräuter und Blüten eigentlich sein können. Man muss daraus kein riesiges Konzept machen. Oft reicht schon eine kleine Idee, um etwas Bekanntem eine neue Richtung zu geben.

Nach einer kleinen Minipause ging es weiter mit dem dritten Teil – und der machte mindestens genauso viel Spaß wie die Wanderung selbst. Jetzt durften wir nämlich selber loslegen.

Wir haben Rosensalz gemörsert und eine Holunderlimonade angesetzt, die bei uns zuhause jetzt noch im Kühlschrank zieht. Solche DIY-Momente liebe ich besonders, weil man nicht nur etwas hört oder sieht, sondern direkt selbst ausprobiert und das unter fachlicher Anleitung. Beim Rosensalz musste man schon gucken, wie das feucht oder trocken das Gemöserte am Ende ist. Ein Highlight dieses Workshops war auch, dass wir alle Rezepte und DIY-Anleitungen des Tages ausgedruckt als kleines Paper bekommen haben. Das ist nicht nur eine schöne Erinnerung, sondern regt zum erneuten Nachmachen an.

Das ließen wir uns nicht zweimal sagen: Zuhause haben wir direkt in einem großen Trinkgefäß selbst Kräuterlimonade angesetzt. Es ist ein bisschen wie infused water, nur spannender, aromatischer und ebenfalls ganz ohne Zucker – genau mein Geschmack.

Ich mag an solchen Erlebnissen, dass sie lange nachhallen. Man nimmt nicht nur nette Erinnerungen mit, sondern auch Ideen für den Alltag. Vielleicht mal Rosensalz verschenken. Vielleicht öfter Holunder verwenden. Vielleicht einfach wieder aufmerksamer durch die Natur gehen. Diese Kräuterwanderung in Bröbberow war mehr als ein netter Ausflug. Sie war eine Erinnerung daran, wie gut es tut, etwas Neues zu machen. Etwas, das entschleunigt, inspiriert und gleichzeitig richtig Spaß macht. Die Mischung aus Natur, Essen und DIY war genau meins und ich muss wirklich öfter mal solche Veranstaltungen besuchen.

Wir haben auch ein bisschen die Gegend an der Beke für uns entdeckt und werden bei etwas kühlerem Wetter dort ganz bestimmt eine Wanderung machen. Da freu ich mich jetzt schon drauf.

Wenn du auch mal eine Kräuterwanderung machen möchtest: Rund ums Jahr gibt es verschiedene Veranstaltungen bei Salvia – Kräutermanufaktur mit Sylvia Berg. Und das ist an dieser Stelle wirklich Werbung aus tiefster Überzeugung.

Wann hast du das letzte Mal etwas ganz Neues gemacht? Hätte dir diese Veranstaltung auch gefallen? Schreib mir gern in die Kommentare.

Ich verlinke diesen Beitrag bei Antetannis Jahresbingo mit dem Feld „Gartenglück oder eben draußen“ sowie mit Elfis Kartenblog DvD und dem Creativsalat.

undiversell

Ich freue mich, dass du mich gefunden hast! Schau dich gern um. Ich zeige dir auf meinem Blog Handgemachtes, Hausgemachtes und Meer. Wenn du dich für Häkeln, Stricken, Nähen, Basteln, Nachhaltigkeit und Reisen interessierst, bist du hier genau richtig. Suchst du unkomplizierte Rezepte zu frischer, saisonaler Küche und leckere Kuchen, lass dich inspirieren. Bist du Fan von vegetarischer und veganer Küche? Hier wirst du fündig. Nachmachen ist ausdrücklich erwünscht. Viel Spaß und schöne Momente auf meiner Seite wünscht dir Undine von "undiversell"!

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