Malaga 2026 – noch einmal Sommerfeeling im Herbst

Dieses Jahr habe ich bei FindPinguins ein Reisetagebuch geschrieben. Auch wenn ich das nur auf dem Handy zusammengetippert habe, habe ich wieder gemerkt, wie viel Spaß mir das macht. So haben Familienmitglieder fleißig mitgelesen und es bedauert, dass unser Urlaub vorbei ist, nur allein, weil es dann keine Beiträge mehr gibt. Daher habe ich beschlossen, den Beitrag in Tagebuchform zu erstellen und habe die FindPinguins Beiträge ein wenig adaptiert. Los gehts.

Donnerstag, 15. Oktober 2026

Es ist erstaunlich, wie lange man auf Flugreisen warten muss: Warten auf Check-in, warten auf den Security-Check-in, wo sie mich auch dieses Mal wegen einer Mini-Schere in meiner kleinen Reiseapotheke rausgezogen haben, warten auf den Mietwagen und das Allerschlimmste: warten auf die nächste vernünftige Mahlzeit.

Nachdem wir unseren Mietwagen hatten und unser Ziel spiralförmig eingekreist hatten, weil es Ausfahrt 1028A nicht gab, schnappten wir uns unsere Rucksäcke und wollten den Supermarkt erobern. Alles zu! So genau haben wir nicht herausbekommen, ob am 15. Oktober ein Feiertag in Malaga ist. Ein kleiner chinesischer Minimarkt war unsere Rettung. Da fanden wir Getränke und das Allernötigste fürs Frühstück. Danach sind wir im Boca Boca essen gewesen und wurden belohnt mit feinster Fusionküche und supernetten Besitzern, die unaufdringlich mit uns plauderten. Ein letztes Glas Wein und ein spanisches Bier am Strand, wo mein Mann schon einmal die Füße ins Mittelmeer hielt, und dann waren wir bettreif.

Freitag, 16. Oktober 2026

Guten Morgen Malaga! Die Sonne geht erstaunlich spät auf. Um 8:00 Uhr ist es noch schummrig. Das Wetter war mild und ein erster fruchtiger Tee im Nachthemd auf der Terrasse schmeckte nach Urlaub und Sommer.

Unser Frühstück danach war noch ausbaufähig, da wir gestern im Minimarkt nur ein paar Essentials bekommen haben. Macht nichts, Schinken und Kaffee waren lecker und der letzte geteilte Apfel ebenso.

Anschließend sind wir mit Buch, Reiseführer und Strickzeug an den Strand gezogen. Herrlich, ein paar tosende Wellen, ein paar Touris und wir. Ich las im Reiseführer und wir besprachen, was wir alles sehen wollen. Andalusien ist ist ein Reiseziel, wo man viel entdecken kann. Wir fangen einfach mit Malaga an und schauen, was wir entspannt entdecken können.

Um die Mittagszeit sind wir wieder in unsere Ferienwohnung, die wirklich keine 5 Minuten vom Strand weg ist. Nach einem Dusch sind wir die Strandpromenade auf der Suche nach einem Mittagsimbiss lang geschlendert und fündig geworden. Einfache, frische Küche im Kiosko Restaurante Mansion Alhamar mit Meerblick, wo es auch an den Nachbartischen lecker aussah und wir dort bestimmt noch öfters mittags einkehren werden. (Spoiler: Haben wir leider nicht mehr machen können, da der Laden die Saison beendet hat.)

Bisschen chillen und dann sind wir mit zwei Rucksäcke bewaffnet in den Supermarkt gelaufen. Prall gefüllt inklusive eines zusätzlichen Beutels wirkte die Erdanziehung und wir stapften tapfer zurück. Der Minimarkt wurde auch noch angesteuert, weil der Wein von dort super war und es im Supermarkt auch kein vernünftiges Bier gab.

Schon auf dem Weg zurück beschlossen wir uns mit unseren eingekauften Leckereien einen gemütlichen Abend zu machen. Patatas bravas, ensalada, cheso und weitere Leckereien haben wir uns serviert und mit Meerblick genossen. Danach sind wir noch an den Strand geflüchtet, weil ein wütender Engländer nebenan eingezogen ist. Nun hat er sich beruhigt und wir genießen einen Anislikör, den wir schon von Barcelona kennen. Auch wenn das schon 11 Jahre her ist, haben sich die Geschmacksknospen gleich erinnert. Buenos noches!

17. Oktober 2026

Ich war früher wach als der Liebste und genoss bei einem ersten Roibuschtee ein paar Reihen an meiner Kumulusbluse. Immer rechts in der Runde. Herrlich meditativ.

Frühstück kam heute Morgen schon mit einem Upgrade daher. Frische Melone, Mango, leckeres Brot, Joghurt, Marmelade, Honig, Ei-chen und ein handgebrühter Kaffee. Noch schnell den Schirm aus dem Bild gerackt, um dann den Meerblick zu genießen und das Bild instagrammable zu machen. Wieso habe ich das eigentlich gemacht währens der Mann das Handy zum Foto bereit hielt?

Dann haben wir uns mit dem Auto auf den Weg nach Malaga City gemacht, immer entlang an der Küste mit Countrymusik im Radio. Nice! Rein ins Parkhaus und beim Centre Pompidou herausgekommen. Der alte Hafen, wo heute die Kreuzfahrtschiffe anlegen, zeigt sich als moderne Flaniermeile, wo heute dieses Wochenende ein Ironman-Wettkampf stattfindet. Wir bleiben lieber beim Hide-Hiking.

Unser Ziel war heute der Mercado de Atarazanas im Zentrum der Stadt. Wow, hier war vielleicht was los! Mit allen Gerüchen, die Fisch, Schinken, Obst und Oliven hergaben, schoben wir uns durch die Menschenmenge. Uns schrillten die Ohren von anpreisenden Marktleuten und Kunden, die ihre Bestellungen gegen den Lärm aufgaben. Cool war es trotzdem! Wir kauften ein paar Tomaten und Obst.

Da der Mittagshunger kam, stellten wir uns da an, wo sich alle anstellten. Ein Stand, wo es im wahrsten Sinne ein halbes Schwein auf Toast gab. Es waren riesige Schweinekrustenbraten mit einer würzigen Paprikasauce. Das wurde pulled-pork-mäßig zerpflückt und in ein frisches Baguettebrötchen gefüllt. Nach dem Ergattern dieser Sandwiches suchten wir uns ein ruhigeres Plätzchen und vertilgten beide Hälften zusammen mit einem Mango-Orangensaft außerhalb des Marktes. Es muy rico! würde der Spanier sagen. Ich gönnte mir noch ein Malaga-Eis in einer Tacowaffel. Was sonst würde in der gleichnamigen Stadt in Frage kommen.


Wir schlenderten zu einer Kirche, wo sich gerade ein Pärchen das Ja-Wort gab. Ich hätte es komisch gefunden, wenn bei meiner kirchlichen Trauung die Touristen ein- und ausgingen. Glücklicherweise waren die beiden weit weg und so schlichen wir schnell nach einem Foto wieder raus.

Wir wollten zur Kathedrale und sind dort auch durch die Gassen der Stadt hin geschlendert. Eine lange Schlange und 10 Euro Eintritt hinderten uns daran die Kathedrale heute zu besichtigen. Das Wetter war zu schön. Wir liefen zurück zum Parkhaus. Ich versuchte noch ein schickes Foto vom Centre Pompidou zu machen und dann ging es auch schon Richtung Mija. Genug Stadttrubel für heute.

In dem Strandkiosk von gestern wollten wir einen Kaffee trinken, da wurde aber heute eine Hochzeit gefeiert. Oktober scheint ein Hochzeitsmonat in Spanien zu sein. Macht auch Sinn bei der Hitze im Hochsommer. Wir sind einfach ein Café weiter und haben uns auf unser fettes Sandwich einen Espresso gekippt in der Hoffnung, dass das ihm hilft sich weiter zu bewegen.

Noch ein bisschen am Strand gelungert und gelesen. Ich brauchte keine Abkühlung und las lieber noch in meinem Roman. Zurück in unserer Ferienwohnung war ich noch zu unternehmungslustig. Zehntausend Schritte wären noch nicht erreicht und ich wollte noch ein bisschen die Strandpromenade entlang und schauen, was es links von uns noch zu entdecken gab. Wir bewunderten den Abendhimmel, knipsten noch ein Selfie, knipsten auf Nachfrage noch eine süße Familie mit Baby und liefen zufrieden zurück. Ein kleiner Abendimbiss mit frischer Tomate, Oliven vom Markt, Brot und Käse war perfekt und mit dem Meeresrauschen im Hintergrund schmeckte es wieder köstlich. Anislikör auf Eis und paar Pistazien runden den Abend ab. Ich könnte hier ewig sitzen.

Sonntag, 18. Oktober 2026

Heute Nacht hatte es gewittert, und zwar so laut, dass ich um 2:00 Uhr davon aufgewacht bin. Fasziniert habe ich die Blitze über dem Meer bewundert und mich dann wieder ins Bett gerollt. Ich finde, Gewitter ist so ein Sommerding und ich mag das Krachen und den prasselnden Regen, wenn man ein festes Dach über dem Kopf hat. Heute Morgen um halb Neun war es noch stockduster und so hatten wir keine Eile aufzustehen.

Unser Ziel war heute eins der pueblos blancos, der weißen Dörfer, Frigiliana. Bei spanischen Klängen aus dem Radio fuhren wir immer am Meer lang an Malaga vorbei bis in die Berge, wo wir am Anfang des Dorfes parkten.

Frigiliana war wirklich eine Reise wert. Die weißen Häuser zogen sich durch alle Gässchen und gerade im alten Teil fand sich ein Fotomotiv nach dem anderen. Kleine süße Läden wechselten sich mit Restaurants und Cafés ab.

Wir kraxelten noch einen Pfad zum Castello hoch und wurden mit einer besonders schönen Aussicht bis zum Meer belohnt.

Unten wieder angekommen wollten wir in eines der It-Lokale einkehren, weil die einen besonders schönen Ausblick boten. Da war es leider voll. Wir fanden noch ein schattiges Plätzchen im Plaza 45 und bestellten Tapas para dos. Der Kellner lobte uns für unsere Wahl und er sollte Recht behalten. Es war sehr abwechslungsreich und lecker.

Ich schielte auf den Nachbartisch und hatte Lust auf ein Glas Sekt, was dort gerade serviert wurde. Die Vernunft siegte und wir bestellten dann doch lieber einen doppelten Espresso nach dem reichhaltigen Mahl. Noch ein Selfie und ab auf die Autobahn zurück nach Mijas.

Wir sind dann noch an den Strand. Die mit Tapas gefüllten Bäuche wollten noch bewegt werden. Wir waren kurz davor zwei Hunde zu adoptieren. Die waren so zutraulich. Einer von beiden war gleich auf unserer Stranddecke zu Hause, währen der andere es superspannend fand wie ich weiße Kiesel sammelte.

Da die Kinder von guten Freunden aus dem Dorf, die selber schon Familie haben fußläufig 15 Minuten von uns entfernt auch hier Urlaub machten, hatten wir uns verabredet. Ist das nicht schon ein Zufall, dass an der ganzen Costa del Sol, die zig Kilometer lang ist, wir im gleichen Ort gelandet sind. Wir verbrachten einen gemütlichen Quatschabend, da wir uns auch gut von den Pfingstwochenenden kennen, Um ca. 23:00 Uhr waren dann alle müde und wir machten uns am Strand entlang auf den Holzweg. Hier ist das wörtlich zu nehmen, da die Promenade auf hölzernen Planken entlang führt. Ein letzter Wein, ein letztes Bier auf der Terrasse bei Meeresrauschen und wieder ging ein herrlicher Urlaubstag zu Ende.

Montag, 19. Oktober 2026

Heute Morgen bin ich aufgewacht, die Mückenstiche juckten und der Kopf drückte ein wenig. Perfekte Zeit für einen erfrischenden Sprung ins Meer. Es war bedeckt und kühl, dafür hatte ich den Strand für mich. Tat gut und ich schwamm in der ruhigen See hin und her. Unsere Appartmentanlage ist wie Fort Knox gesichert. Gittertüren mit Code und die Appartements mit Gittertür und Terrassentür, jeweils abschließbar. Praktischerweise kann man die Terrassentür auch über Nacht offen lassen, da man die Gittertür zumacht und so sicher ist.

Zum Frühstück war es schon wieder warm und sonnig, so dass wir unseren Meerblick genießen konnten. Noch ein paar Frühstücksrunden gestrickt, das Tee-Orakel befragt und wir zogen gen Malaga. Das Piccasso-Museum stand auf dem Programm. Wir parkten wieder im zentral gelegenen Muelle Uno und bewunderten die Stimmung am Kreuzfahrthafen, wo auch am Montag Vormittag der Bär steppte. Am Museum angekommen, mussten wir feststellen, dass wir nicht die Einzigen waren, die dort rein wollten. Aussichtslos, heute da noch Eintritt gewährt zu bekommen! Daher buchten wir Tickets für Donnerstag. So können wir den Trip von Freunden, die mit dem Kreuzfahrtschiff nach Malaga kommen und den Museumsbesuch verbinden. Karten gleich vor Ort online gekauft- Check!

Wir liefen noch zum Geburtshaus von Picasso. Auch hier gleiches Spiel, Schlange vor dem Museum. Wir ließen uns noch mit der Bronzefigur von dem berühmten Maler knipsen und zogen weiter in die „KTV“ (ein Viertel in Rostock) von Malaga, das Lagunillas-Viertel. Straßenkunst mit teilweise morbiden Motiven sind Zeugnis einer ganz eigenen Kultur. Ich mag es ja lieber ein bisschen schrammeliger, dafür authentischer. Wir hofften auf ein kleines Café mit typischen andalusischen Speisen, fanden zumindest einen Gemüseladen und kauften ein paar Tomaten. Mehr fanden wir nicht.

Wir tauchten wieder ein ins touristische Getümmel an der Plaza de la Merced und fanden ein Plätzchen in einem der vielen Restaurants. Jetzt hatten wir uns ein kühles Bier verdient: Dos cervezas, por favour! Dazu frittierten Fisch, Fleischbällchen und Pommes. Nicht überragend, aber auch nicht schlecht. Die Atmosphäre war dafür umso lebendiger und wir beobachteten die Menschen, Familien, Paare, Einheimische, Touristen. Herrlich laut und doch entspannt. Noch ein fettes Eis dulce con leche y chocolate hinterher und dann rollten wir zurück zum Hafen, wo unser Auto stand.

Wir wollten den Rest des Tages an unseren Strand. Das zerschlug sich, da es anfing zu gewittern und ordentlich regnete. Bisschen Stau gab es auch noch, dafür hatten wir einen tollen Radiosender mit spanischem Pop, der für Urlaubsstimmung auf dem Nachhauseweg sorgte. Zuhause war die Sonne wieder da als wenn nichts gewesen ist. Nur die Handtücher auf der Terrasse waren patschenass. Schnell einmal durchgespült und gehofft, dass sie bis morgen früh wieder trocken sind.

Viel werden wir heute nicht mehr anstellen. Der Abend ist mit einem Anislikör on the rocks eingeleitet.

Dienstag, 20. Oktober 2026

Nach zehn Stunden Schlaf hatte ich dann auch ausgeschlafen. Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, dass ich nachts unsere halbnassen Handtücher um den schlecht isolierten Warmwasserbehälter gelegt habe, um so morgens fluffig warme und vor allem trockene Handtücher parat zu haben. Die Sonne war um halb neun gerade aufgegangen und der Gedanke war da, dass man die nächsten Tage mal einen Sonnenaufgang am Meer miterleben könnte. Frühstück wieder draußen und dann durfte ich meiner Lieblingsbeschäftigung frönen und habe eine Maschine Wäsche gewaschen und aufgehängt. Hach, sie wehte so schön heute.

Dann ab nach Marbella, dass nur 16 km von uns entfernt ist. Ich hatte einen Parkplatz herausgesucht, der umsonst war und glücklicherweise haben wir da den letzten freien Platz ergattert. Verdient, wie ich finde.
Dann hinein ins Getümmel, obwohl Marbella wie die kleine Schwester von Malaga viel ruhiger und entspannter war. Wir liefen durch die schnuckeligen Gassen, bewunderten die vielen kleinen Läden und besichtigen die Iglesia de Nuestra Señora de la Encarnación. Ich mag Kirchen und gerade die katholischen sind immer sehr prachtvoll und farbenfroh.

Wir liefen Richtung Hafen und fanden viele beeindruckende Skulpturen von Salvador Dali auf der Avenida del Mar.

Am Hafen war es heute ein bisschen windig und da wir nicht so Lust auf Jachten und Restaurants hatten, die am Puerto Banus zu finden sind, lenkten wir unsere Schritte wieder Richtung City, wo ich einen Laden mit gefüllten Pasteten gesehen hatte. Das sollte heute unser Mittagessen werden. Bisschen gesucht, dann wieder gefunden, Pasteten eingesackt und ab nach Mijas.

Hier servierte ich die warm gemachten Pasteten, gegrillte Tomate und mixed pickles auf Spanisch. Einfach und lecker! Der Rest des Nachmittags war chilli vanilli. Mein Mann zog sich in unsere heiligen Gemächer zurück und ich strickte ein wenig auf der Terrasse. Ich finde, solche „Leerlaufzeiten“ gehören zur vollkommenen Erholung unbedingt dazu.

Dann hatten wir uns wieder mit Netti, Christian und den Kids verabredet, tranken ein erstes Getränk in unserer Ferienwohnung und genossen einen kurzweiligen Abend im El Caprichio. Die beiden aufgeweckten Kids wollten Rechenaufgaben en Maß und der Herr Lehrer hatte gut zu tun. Der Rotstift hätte noch gefehlt, obwohl die beiden schlauen Mädchen ziemlich gut im Rechnen waren.
Noch ein letztes Getränk auf der Terrasse und wieder ist ein wunderschöner Urlaubstag zu Ende gegangen inklusive kitschigstem Sonnenuntergang.

Mittwoch, 21. Oktober 2026

Morgens aufgestanden und den Sonnenaufgang verpasst. Kein Wunder, gestern ist es spät geworden und die tinto de verano machten sich auch noch ein wenig bemerkbar. Schnell noch Tickets für die Teleférico Benalmádena gebucht, wo wir heute den Berg hinaufwollten. Dann ab ans Meer, wo ein kühles Bad im Mittelmeer gegen jegliche Wehwehchen half. Die Gärtner auf der Anlage schauten mich in meinem Handtuch eingewickelt so an, als wenn ich zum Eisbaden ging. Wahrscheinlich fühlte es sich für sie auch so an. Für mich war das eher so ein Sonntagmorgen im Sommer, wenn ich morgens in den Sildemower See steige. Herrlich erfrischt gab es Frühstück auf der Terrasse, dass nach einem Morning Swim besonders gut schmeckt.

In Benalmádena angekommen, erste Ernüchterung: Die Seilbahn fuhr wegen Wind nicht. Was für ein Wind? Das Lüftchen war wirklich nicht der Rede wert. Ich telefonierte noch mit dem Kundendienst, wo eine Frau mit knarziger Stimme und starkem Akzent mir weismachen wollte, dass sie nicht wisse, wann die Cable Car wieder losfährt: „porque es no seguro!“ Ok, ich fragte noch nach Refund und sie versicherte mir, dass es online möglich ist.

Half ja nix, Planänderung, wir wollten dann zu Benalmádena Pueblo, wurden aber per Google Maps an die Strandpromenade geschickt. Man muss das Pueblo unbedingt erwähnen, sonst landet man im Zentrum der belebten Touristenmeile. Wow, hier war was los! Am Strand lagen die Touristen auf den Liegen, große Hotels und Appartements wechselten sich ab, genauso wie Cafés mit Restaurants. Ich mochte das Flair dort, auch wenn ich mich wunderte, dass alle Straßenverkäufer die gleichen Taschen verkauften. Wir tranken noch einen Cappuccino und ein Bier in einem Café und beschlossen noch nichts zu essen. Auf der Karte gab es nichts Vernünftiges und Hunger hatten wir auch noch nicht wirklich.

Rückzug zur Seilbahn, die auch 14:00 Uhr noch nicht fuhr. Es war noch windstiller geworden und wir waren uns sicher, dass der Wind nur eine Ausrede war. Die grünen Schilder mit den bedauernden Worten, dass die Seilbahn wegen Wind nicht fährt, werden wahrscheinlich bei jeder Gelegenheit verwendet.

Was soll’s? Auf nach Benalmádena Pueblo! Nachdem der Liebste in Millimeterarbeit das Auto eingeparkt hat, erkundeten wir mehr oder weniger planlos das Dorf. Wir entdeckten wunderschöne weiße Gassen, die Blumen geschmückt einen tollen Kontrast zum blitzeblauen Himmel ergaben. Auf dem Kirchenplatz hatte man einen spektakulären Blick aufs Meer. Wunderschön!

Noch ein bisschen das Auto gesucht, tolle Aussichten genossen und dann ging es auch schon wieder zurück. Wir hatten Lust auf Hausmannskost und so gab es Rührei mit Tomate, Zwiebeln und Burrata. Mit Oliven und Brot ein Gedicht und superschnell gemacht!

Bisschen am Strand chillen, lesen, aufs Meer gucken und den Wellen zu gucken. Entspannung pur!
Dann habe mich noch ein bisschen mit dem Kundendienst von der Seilbahn gebattelt, damit ich das Geld zurückbekomme. Keine Leistung, keine Kohle! Sie wollen das prüfen und ich gehe fest davon aus, dass ich das Geld zurückbekomme. Sonst muss PayPal in Aktion treten. Wie man’s macht! Picasso nicht gebucht, keinen Eintritt bekommen. Seilbahn online gebucht, Seilbahn nicht gefahren. Ich nehme es mit Humor! Kann nicht alles glatt gehen! (Anmerkung der Redaktion: Wir haben unser Geld zurückbekommen, wenn es auch ein paar Tage der Prüfung gebraucht hat.)

Wir wollten auch den Abend zu Hause verbringen, unsere Mägen verlangten nach einfacher Küche nach dem gestrigen Gelage und wir gingen inklusive Müll ( den wir unterwegs in Behälter schmissen) in den Supermercado. Kartoffeln, Gemüse im Beutel und ups eine Flasche Rioja landeten auf dem Band. „Bolso necestitas?“ „No!“ (Duolingo zahlt sich aus).

Es gab Pellkartoffeln mit Pfannengemüse, einer Frischkäse-Mousse mit Kräutern und spanischer Salami. Es war genau das, was wir brauchten. Jetzt lauschen wir noch ein bisschen dem Meeresrauschen und bedauern es, dass morgen unser letzter Urlaubstag in Mija sein wird. Ich könnte es noch länger hier aushalten. 11 Grad und Regen zu Hause sind jetzt nicht so erstrebenswert! Buenas noches, amigos!

Donnerstag, 22. Oktober 2026

Heute Morgen habe ich es endlich geschafft, den Sonnenaufgang zu beobachten. Um 8:32 Uhr die paar Meter zum Strand zu laufen, sollte eigentlich kein Hexenwerk sein, aber als Trödelweltmeisterin und Urlaubslangschläferin brauchte ich dann doch einen längeren Anlauf. Also Bikini an, Handtuch umgeschwungen und ein bisschen am Strand für die beste Position hin und her gelaufen. Die Jogger waren schon wieder fleißig unterwegs und checkten ihre Daten auf den Smartwatches. Wann hat das eigentlich angefangen, dass man seine Vitalwerte ständig prüft und nicht in seinen Körper hineinhorcht? Technik macht es eben möglich.

Die Promenade bietet sich fürs Joggen perfekt an und an den Strandduschen kann man sich sogar das Gesicht oder die Arme waschen, wenn man schwitzt.. Die Sonne ging ratzfatz auf und ich knipste schnell ein paar Fotos. Danach stürzte ich mich in die Fluten. Na ja, eher so Schritt für Schritt und mich fragend, warum das doch schon wieder frischer ist als gestern. Egal, wenn man erst einmal drin ist, ist es super und hinterher sowieso. Duschen, Haare waschen, Frühstück machen, ups, schon wieder 10:00 Uhr! Jetzt aber flotti. Wir hatten Eintrittskarten für 11:00 bis 11:45 Uhr Zeitfenster für die Ankunft und wir mussten noch eine gute halbe Stunde nach Malaga fahren. Mit dem leisen Gepiepe wegen zu schneller Geschwindigkeit fuhren wir wieder am Meer entlang bei spanischer Popmusik. Wir haben uns gar nicht erst bemüht, das auszustellen und ich konnte es mittlerweile bei ein paar entspannten Strickrunden im Auto ignorieren. Wir sind wieder ins gleiche Parkhaus Unomuelle gefahren. Never change a running system. Außerdem war es perfekt gelegen Richtung Picasso-Museum und Kreuzfahrtschiffhafen.

Am Museum angekommen, reihten wir uns in die Schlange der Besucher mit Ticket. Es ging recht schnell voran und so waren wir bald ganz vorne. Ein paar orientierungslose Besucher zeigten dem Einlasser ihre Tickets und meinten, damit sofort reinzukommen. Mit einer lässigen Kopfbewegung verwies dieser sie an das Ende der Schlange. Ungläubige Blicke und weitere Nachfragen brachten den Security Man nicht aus der Ruhe und die Gäste des Museums mussten sich wohl oder übel hinten anstellen.

Dann durften wir rein, Tasche abgeben wegen unserer Flaschen, Audioguide Link an der Garderobe per Barcode öffnen, WLAN des Museums nutzen und es konnte losgehen. Das war ein wirklicher Kunstgenuss. Selbst mein Mann hat es sehr gut gefallen, auch wenn er sich selbst als Kulturbanause bezeichnet. Der Audio Guide beschrieb Bilder und Skulpturen und ordnete diese in das künstlerische Schaffen von Pablo Picasso ein, der in Malaga geboren ist und die ersten Lebensjahre dort verbracht hat. Es war sehr kurzweilig und wir fotografierten fast jedes Werk. Besonders gut hat mir eine Kunstlehrerin gefallen, die den Schülern die Werke von Picasso näher gebracht hat. Auch wenn ich nicht alles verstanden habe, hat sie doch sehr anschaulich und in deutlichem Spanisch die unterschiedlichen Perspektiven des Bildes „Gallo y cuchillo sobre una mesa“ erklärt.

Wir haben in dem modernen Museum einen tollen Einblick in das Leben und Wirken von Pablo Picasso bekommen und es war definitiv ein extra Trip nach Malaga wert. Noch ein Bild im Shop für unsere Bilderleiste gekauft und dann rief ich unsere Freundin an: “ Hola, chica, que tal?“ „Muy bien“ kam es zurück. Wir liefen zurück und trafen unsere Freunde, die sonst ein Dorf weiter wohnten und die wir im 2.865 km entfernten Malaga getroffen haben. (Google weiß alles, mein Mann auch fast. Er hat 2.800 km gesagt). Wir begrüßten uns mit „Na, Urlauber!“, freuten uns einfach ein bisschen Zeit miteinander zu verbringen und Neuigkeiten auszutauschen.

Nach dem Kunstgenuss hatten wir Hunger und wir entschieden uns für einen Italiener. Ich entschiedmich mich für Antipasti del Mamma. Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, aber was mir serviert wurde, kam eher einer bayrischen Brotzeit nahe. Wurst ohne Ende, Käsebrocken und als Entschuldigung eine Artischocke und paar getrocknete Tomaten. Egal, lecker und frisch war es und mit dem tinto de verano spülte es sich gut runter.

Dann verabschiedeten wir uns und fuhren wieder nach Hause. Die Seilbahn, die gestern nicht fuhr, war jetzt wieder in Action. Das konnte man von der Autobahn aus sehen. Nö, jetzt wollten wir auch nicht mehr und das stand auch gar nicht zur Debatte. Jetzt wollten wir die letzten Stunden (heul) noch am Beach verbringen. Hach, hier hätte ich es wirklich noch länger ausgehalten.

Noch einmal in die Fluten, bisschen gelesen („Die Briefschreiberin“ von Virginia Evans ist ein herrlich kurzweiliges und doch höchst intelligentes Buch) und dann packten wir unsere sieben Sachen. Wieder einmal festgestellt, dass die Hälfte der Sachen völlig ungenutzt wieder in den Koffer gewandert sind, aber „Haben ist besser wie Brauchen“. Wir haben dann unsere Reste aufgefuttert bzw. in Brote für morgen geschmiert. Ein letzter Drink auf der Terrasse, ein letztes Bier, ein letzter Wein und morgen geht’s dann heimwärts. Erwähnte ich schon, dass ich es noch länger hier ausgehalten hätte? Adios España! Nos volveremos a ver (Wir werden uns wiedersehen!)

Freitag, 23. Oktober 2026

Schlecht geschlafen, heute um halb sieben aufgestanden und schnell den Rest zusammengeräumt. Draußen waren trotz Dunkelheit zwanzig Grad und wieder war das Bedauern groß, dass wir wieder ins Kalte müssen. Ein bisschen Sorge hatten wir, ob alles mit dem Koffer glatt ging. Der ließ sich auf Gedeih und Verderb nicht buchen und einer Mitteilung von Transavia, dass ich einen Koffer inklusive habe, traute ich nicht so ganz. Der WhatsApp Chat war bisschen botmäßig.

Noch den Mietwagen betankt und abgegeben, was schnell geklappt hat. Wir waren früh dran und da unser Check-in am Schalter noch nicht startete, frühstückten wir erst einmal in Ruhe unsere Brote, aßen Joghurt mit Blaubeeren und Weintrauben. Musste alles noch vertilgt werden. Dazu noch einen schönen Kaffee. Hach, Frühstück ist schon etwas Feines. Neben dem Kofferproblem hatte auch der automatische Check-in bei Opodo nicht geklappt. Läuft ja, dachte ich! Nie wieder Transavia. Ich bewaffnete mich schon mit allerlei Argumenten, nicht gewillt, noch etwas für den Koffer zu bezahlen und wir stellten uns in der Schlange an.

ir kamen an die Reihe, reichten unsere Pässe rüber und stellten den Koffer aufs Laufband. Die Flughafenangestellte fragte:“Only one?“ „Yes!“ und durch waren wir. Jetzt nur noch durch die Security, was dieses Mal trotz Schere und Stricknadeln kein Problem war. Also ist Transavia rehabilitiert.

Dann war alles gut und wir befanden uns wieder zwischen den Welten. So beschreibe ich gern die Flughafenatmosphäre, die überall auf der Welt gleich ist. Hastende Menschen jeglicher Coleur, Paare, Familien, Businessleute mit mehr oder minder viel Gepäck, braungebrannt vom Urlaub oder abgearbeitet von Meetings bei Geschäftspartnern oder am Flughafen wollten sie alle von einem Ort zum anderen, hatten Hunger, Durst, mussten auf die Toilette, suchten ihr Gate und warteten auf dem Abflug.
So auch wir auf dem Weg nach Amsterdam. Malagas Flughafen ist ziemlich groß, versorgt er doch die Costa del Sol mit Urlaubern. Noch ein bisschen hin- und hergelaufen, dann hieß es auch schon „Boarding“. Im Flieger strickte ich meinen Pulli zu Ende. Die Wolle reichte mit Ach und Krach. Ich habe sogar schon alle Fäden vernäht und so muss er zuhause nur noch ins Entspannungsbad.

Da ich immer Angst habe mich unterwegs zu langweilen, hatte ich noch „Sektkorken werden zu Fliegenpilzen“ dabei. Zeitschrift und Buch waren auch noch dran. In Amsterdam regnete es vom feinsten Mittelgrau des Himmels. Wir wurden im wahrsten Sinne gleich eingenordet. Lustig fand ich, dass man auf den Amsterdamer Flughafen Tulpen kaufen konnte. Als wenn man nicht schon genug hin und her schleppt.



In Berlin war es noch verregneter und dunkler, aber die Fliegerei hatten wir hinter uns gebracht. Koffer holen, zum Auto, durch Berliner Baustellen navigieren und sich dann doch freuen, wenn die ersten mecklenburgischen Schilder auftauchen.erer Reise erzählt. Damit schließe ich das Kapitel Malaga und denke an einen tollen Urlaub zurück.

undiversell

Ich freue mich, dass du mich gefunden hast! Schau dich gern um. Ich zeige dir auf meinem Blog Handgemachtes, Hausgemachtes und Meer. Wenn du dich für Häkeln, Stricken, Nähen, Basteln, Nachhaltigkeit und Reisen interessierst, bist du hier genau richtig. Suchst du unkomplizierte Rezepte zu frischer, saisonaler Küche und leckere Kuchen, lass dich inspirieren. Bist du Fan von vegetarischer und veganer Küche? Hier wirst du fündig. Nachmachen ist ausdrücklich erwünscht. Viel Spaß und schöne Momente auf meiner Seite wünscht dir Undine von "undiversell"!

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