Ein Kleid – 2 Versuche

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Ich habe wieder ein Kleid genäht. Ja, ich gebe es zu, ich bin kleidersüchtig. Nichts ist bequemer als in ein Jerseykleid zu schlüpfen und sich wohl zu fühlen. Da drückt ja jede Jogginghose mehr am Bauch. (Sorry, ich neige zu Übertreibungen). Wie auch immer, ich fand bei Stoff und Stil einen fantastischen Retrojersey und wollte mir ein schlichtes Kleid davon nähen. Bei so einem Muster braucht man nicht viel Schnickschnack. Das wirkt von allein. Mir kam das Kleid No. 1 von Rosa P. in den Sinn. Genau das ist es: leichte A-Linie, mit Nahttaschen und mit 3/4 Ärmeln. Ich weiß, 3/4 Ärmelkleider habe ich schon so viele, aber die sind so praktisch. Kann man im Winter mit Stulpen und an kühlen Sommertagen so anziehen, im Herbst und Frühjahr sowieso.

Der Plan stand, wurde für gut befunden und ausgeführt. Ich schnitt Größe 38 ohne Nahtzugabe zu, weil ich nach meiner Vermessung so eine Zwischengröße 36/38 hatte. Bin immer leicht panisch, dass ein Kleid zu eng sein könnte. Das mag ich gar nicht und sieht bei Jerseykleidern auch nicht gut aus. Die müssen locker und leger sitzen. Die Anleitung war gut verständlich und nach ein paar Stunden war mein Kleid fertig. Komplett! Ich zog es an und fand es gut. Gut, aber nicht sehr gut oder grandios oder fancy. Ich schlief eine Nacht drüber, zog es noch einmal an und wußte: es ist zu groß.

Es war unter den Armen zu weit, die Brustabnäher waren nicht da, wo sie hingehörten und ich hatte irgendwie so ein Kittelschürzen-Feeling. Ne, so ziehe ich das bestimmt nicht oft an, war mein Gedanke. Wenn man schon so anfängt, an sich rum zu zuppeln, dann weiß man doch schon, da stimmt was nicht. Aber wie ihr seht, lächle ich noch. Von zu groß auf kleiner ist ja immerhin möglich. Also das Scherchen rausgeholt und fleißig Overlooknähte getrennt. Nein, das ist keine Lieblingsbeschäftigung, aber ich habe jetzt herausbekommen, wie es am besten funktioniert.

Du trennst auf der Rückseite die Quernaht auf und kannst dann vorn den 1. Faden (in meinem Fall rot) aufribbeln. Den Rest der Fäden musst du dann nur noch abpulen. Dann habe ich das Schnittmuster noch einmal in der Größe 36 angefertigt. Auch so ein „Lieblingsjob“ beim Nähen. Aber der Weg ist das Ziel, nicht? Aus den aufgetrennten Stoffstücken habe ich dann die verkleinerte Variante ausgeschnitten und das Kleid noch einmal genäht. Das gelang auch ohne Probleme, ich wusste ja schon wie es geht. Fertig war mein Kleid No. 1 nach 2 Versuchen.
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Ich finde, der Aufwand hat sich gelohnt. Ich habe das Kleid noch nicht so lange, aber ziehe es unheimlich gern an. Es passt gut, ist lässig mit den Taschen und durch den dehnbaren Jersey sehr bequem. Statt des Bündchens am Hals habe ich übrigens den Ausschnitt mit einem Beleg versehen. Wollte es nicht ganz so eng am Hals haben.
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Es ist so ein variables Kleid. Auf dem Bild habe ich es lässig mit Jeansjacke und Ballerinas gestylt. Es wäre mit dunkelblauer Strumpfhose, Highheels und Mantel aber auch ausgehfein. Ich bin großer Fan von solchen Kleidungsstücken. Wem nützt ein piekfeines Kleid, dass man nur alle 2 Jahre anziehen kann, weil die Gefahr besteht, dass man overdressed ist? Davon braucht man nur eins, zwei Stücke für den ganz großen Anlass, ansosten ist man mit einem Kleid sowieso immer gut angezogen. Jetzt aber Jacke aus und Film ab für mein neues Frühlings-Itpiece.
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Ich bin jetzt nicht so der große Fan von meiner Rückansicht, aber ich denke, das hilft der einen oder anderen Näherin schon. Man sieht dann doch besser, ob das auch etwas für einen ist. Et voila! Popo im Schilf.
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Die Rücknaht gefällt mir ausgesprochen gut an dem Schnitt. Das gibt extra Form und ich finde das besser als Abnäher. Sieht auch noch ein bisschen mehr nach Sixties aus. Mag ich!

Hier noch ein Beweis, dass das Kleid super bequem ist und jede Bewegung mitmacht. Damit kann man jeden Baum erklimmen genau wie Astrid Lindgren, die das bis ins hohe Alter gemacht hat. Ob die Strumpfhose das überlebt, ist dann doch eine andere Frage. Aber wen scheren schon solche Kleinigkeiten.

KleidNo1-retro-Jersey10
Happy und bechwingt schaue ich mit meinem neuen Kleid  beim Nähfrosch Du für dich am Donnerstag vorbei. Frühling ist doch einfach toll, oder? Was sind deine nächsten Nähprojekte? Welches Kleid hast du schon komplett aufgetrennt? Freue mich auf deine Kommentare.

 

undiversell

Ich freue mich, dass du mich gefunden hast! Schau dich gern um. Ich zeige dir auf meinem Blog Handgemachtes, Hausgemachtes und Meer. Wenn du dich für Häkeln, Stricken, Nähen, Basteln, Nachhaltigkeit und Reisen interessierst, bist du hier genau richtig. Suchst du unkomplizierte Rezepte zu frischer, saisonaler Küche und leckere Kuchen, lass dich inspirieren. Bist du Fan von vegetarischer und veganer Küche? Hier wirst du fündig. Nachmachen ist ausdrücklich erwünscht. Viel Spaß und schöne Momente auf meiner Seite wünscht dir Undine von "undiversell"!

10 Antworten auf „Ein Kleid – 2 Versuche

  1. Hallo, sehr schönes Kleid…das Trennen hat sich gelohnt….komplett getrennt habe ich wohl noch nicht…aber besitze Kleiderleichen im Schrank…wenn es nicht sitzt zieht man es auch nicht an…
    Nähst Du die Nähte bei Jersey komplett mit der Overlock…mir wurde mal gesagt, das würde angeblich nicht halten!
    LG schurrmurr
    P.S. Schöne Baumfotos

    Gefällt 2 Personen

    1. Liebe Schurrmurr, ich nähe komplett mit der Overlook. Das ist doch gerade der Vorteil, dass man Jersey so gut damit nähen kann, oder? Bis jetzt halten die Kleider super. LG Undine

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