Urlaub in Thüringen – 2. Teil

Im ersten Teil meines Urlaubsberichts habe ich euch von Erfurt erzählt, wo unser Mittelpunkt der Reise schon bedingt durch die Lage der Ferienwohnung war. Von dort aus haben wir weitere Ziele in unmittelbarer Nähe abgegrast und waren höchst zufrieden mit der Ausbeute an Erlebnissen und Erfahrungen, die wir dort gesammelt haben. Wir besuchten Weimar, die Eisenacher Wartburg und das Rosarium in Sangerhausen.

1. Weimar

In der Kategorie „Thüringen entdecken“ darf die Kulturstadt Weimar nicht ausgelassen werden. Sie ist ein wirkliches Kleinod. Geschichte quillt aus jeder Pflasterritze und bringt einem die Klassiker Goethe und Schiller näher als jeder Deutschlehrer es vermag. Startpunkt unserer Entdeckungsreise war das Zentrum der idyllischen Stadt mit dem berühmten Goethe-Schiller-Denkmal.

Wir entschieden uns bei unserer Tagestour dafür, das Goethehaus zu besuchen. Ich war der Meinung, dass ich das Schillerhaus schon besucht hatte. Wirklich erinnern konnte ich mich nicht, da das schon 25 Jahre her war. Da aber der Teenager das Schillerhaus auch schon besucht hatte, was erst 2 Jahre her war, fiel es uns leicht, eine Entscheidung zu fällen. Das Goethehaus ist einfach wunderschön. Die Farben, die Möbel, die liebevoll arrangierten Kunstobjekte, Bildergalerien und Gegenstände des täglichen Gebrauchs versetzten uns in die Zeit der Klassiker zurück.

Ich mochte all die Räumlichkeiten mit knarrenden Dielen, antiken Möbeln, Gardinchen und Chaiselongues sehr. Man konnte sich praktisch vorstellen, wie Goethe durch diese Räume schritt und über seinen neuen Akt im Faust nachdachte. Begeistert war ich auch von der Gartenanlage.

Kräuter, Blumen und sommerliches Wetter, was braucht es mehr als in einem Garten seine Nase an die Blumen zu halten und einfach die Farben und Formen zu genießen. Natürlich war da so eine zarte Rose ein gefundenes Fressen für eine Gartenliebhaberin wie mich. Knips.

Danach stärkten wir uns erst einmal bei einer thüringischen Bratwurst und schlenderten über den Markt bis hin zur Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek, die traurige Berühmtheit durch den Brand vor fast auf den Tag genau 16 Jahren.

Der wunderschöne Park an der Ilm ist der größte und schönste Landschaftspark in Thüringen. Er wurde seit seiner Errichtung im 18. Jahrhundert unter Mitwirkung von Goethe kaum verändert und erfreut sich als eine der besterhaltenen Parkanlagen des Klassizismus und der Romantik wachsender Beliebtheit bei Einheimischen und Touristen.

Wunderschöne Sichtachsen, herrliche Weiläufigkeit und angenehme 25 Grad ließen uns dort einen schönen Nachmittag verbringen, bevor wir auf ein Törtchen ins nächste Café einkehrten. Ich wäre gern noch in das Bauhausmuseum gegangen und schliff meine Männer da hin. Zu meiner Enttäuschung (und zum Segen für meine Begleitung) war das Museum zu. Na, dann eben beim nächsten Mal. Weimar kann man ruhig noch einmal besuchen. Zu viel Unentdecktes ist noch auf der Liste.

2. Die Eisenacher Wartburg

Die Wartburg ist eng mit der deutschen Geschichte verbunden. Wurde sie doch schon 1067 errichtet, im 13. Jahrhundert lebte die später heiliggesprochene Elisabeth von Thüringen auf der Burg. 1521/22 hielt sich der Martin Luther als „Junker Jörg“ hier versteckt und übersetzte während dieser Zeit das Neue Testament der Bibel. Goethe weilte mehrfach hier, erstmals im Jahre 1777.

Wir hatten bestes Burgwetter. Sonne-Wolken-Mix und angenehme 25 Grad. Die eindrucksvolle Burg wurde erst einmal fototechnisch unter die Lupe (besser gesagt unter den Lensball) genomme, bevor wir sie uns näher anschauten. Die heutige Anlage ist größtenteils im 19. Jahrhundert neu gebaut worden. Das Erscheinungsbild der Wartburg und ihres Landschaftsparks geht auf den Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach zurück.

Trotz der Umstände bedingt durch Corona war die Burg zu besichtigen und die Abstands- und Hygieneregeln gut organisiert. Wir klettertern auf den Turm und hatten einen grandiosen Überblick über die thüringische Landschaft.

Im Inneren der Burg ließen wir uns durch einen Audioguide die Geschichte näher bringen. Das passierte ganz unkompliziert über eine Handy-App und kostenlosem W-Lan. Kopfhörer sind da von Vorteil, also vorher einstecken.

Der Festsaal der Wartburg ist einer der bekanntesten Konzertsäle Thüringens. Wesentlichen Anteil an dessen Erfolg hat die Akustik des Gebäudes. Sie ist auch das Werk von Franz Liszt. Er hat beim Ausbau des Palas zum Konzertsaal sein musikalisches Können und Fachwissen bei der Ausgestaltung des Festsaales eingebracht. Eindrucksvoll ist er auf jeden Fall, auch ohne Konzert.

Ein Hightlight in der Wartburg ist das Zimmer von Marthin Luther, wo er in nur wenigen Wochen das Neue Testament übersetzte, eher aus der Not heraus, da er auf der Burg Unterschlupf nach dem Wormser Edikt fand, dass über ihn verhängt wurde.

Ein Gasthof und eine tolle Würstchenbude sind nach der Besichtigung gute Anlaufpunkte Hunger und Durst zu stillen. Wir entschieden uns aber direkt nach Eisenach zu fahren und uns dort gleich noch die Stadt anzuschauen.

Eine schnuckelige Stadt empfing uns mit einem hübschen Marktplatz und Fachwerkhäusern rundherum, allerdings war es dann auch. Viel mehr war hier nicht zu sehen. Touristisch ist die Wartburg der Hauptanlaufpunkt.

Eine kulturelles Highlight war noch das Geburtshaus von Johann Sebastian Bach. Wir waren nicht mehr in Kulturlaune nach dem Eisenacher Italiener und entschieden uns gegen den Besuch des Museums. Das Wetter war einfach zu schön, da wollten wir lieber noch ein bisschen draußen verbringen. Nächstes Mal!

3. Rosarium Sangerhausen

Hach, das war ein echters Highlight! Wir waren Anfang Juli genau zum 1. Rosenflor da. Auch wenn wir den Altersdurchschnitt deutlich senkten und der Teenagerjunge so gar keine Lust auf Millionen von Rosen hatte, konnte ich das instant ausblenden und mich Farben, Formen und Düften voll widmen.

Diese weltgrößte Rosenausstellung umfasste alles, was es an Züchtungen gibt. Egal, ob Stamm-, Beet-, Duft-, Tee-, Kletter- oder englische Rosen. Sogar Seerosen waren dort zu finden. Es war ein Fest für die Sinne und all die schönen Farben und Formen animierten uns gleich nach der Rückkehr mehr Rosen in den heimischen Garten zu pflanzen. Es lohnt sich auch wirklich. Blühen diese Königinnen der Blumen ziemlich lange und bereichern jedes Beet.

Ein wenig Kunst war auch noch im Park verteilt. Ich fand, das lockerte so schön auf und ich bin immer offen für Skulpturen und künstlerische Ideen. Hier eine kleine Auswahl davon.

Wir suchten uns ein schattiges Plätzchen, vertilgten unsere Stullen, schauten noch ein wenig in den Himmel und genossen diesen wunderbaren sommerlichen Augenblick.

Damit bin ich am Ende von meinem Reisebericht ins Thüringer Land. Wir würden wiederkommen und es gibt noch so viel, was wir ausgelassen haben und was wir noch gern besuchen würden. So soll Jena auch eine ganz zauberhafte Stadt sein. Wie heißt es so schön? Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub. Schauen wir mal, wo es uns das nächste Mal hin verschlägt. Wir werden wohl auch im nächsten Urlaub im Lande bleiben, aber das stört uns nicht im geringsten, gibt es hier doch noch so viel zu entdecken! Welche Reiseziele könnt ihr empfehlen? Bleibt ihr in nächster Zeit auch in Deutschland oder seid ihr mutiger?

Verlinkt mit der Urlaubslinkparty vom Nähfrosch.

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