Boho-Upcycling-Kleid

Schon lange hatte ich die Idee aus mehreren ausgesonderten Männerhemden ein Kleid zu schneidern. Ich wollte eine Stufenkleid im Bohostyle. Ein Stapel weißer Hemden kamen mir da gerade recht, ist doch weiß die Sommerfarbe schlechthin.

Da ich reichlich Auswahl an Hemden hatte, suchte ich die Exemplare, die von Stoffqualität und Farbe sehr ähnlich waren. So wirkt es wie aus einer Stoffbahn geschnitten. Als Vorlage habe ich ein Kaufkleid genommen und es passte am Ende fast alles so wie ich es mir vorgestellt habe. Ein paar Kleinigkeiten würde ich beim nächsten Mal anders machen, aber grundsätzlich bin ich sehr zufrieden mit dem Erstversuch.

Falls du auch Lust auf ein Boho-Upcycling-Kleid hat, habe ich dir die Arbeitsschritte aufgeschrieben. Es muss ja auch nicht in weiß sein. Es gibt bestimmt auch andere Variationen im Mustermix.

Arbeitsschritte

Du brauchst 4 Hemden. Eins ist das Oberteil und die anderen drei sind die Stufen des Rockes.

Für den Halsauschnitt habe ich mit Hilfe eines Tellers (Durchmesser 28 cm) den Kragen vorn und hinten abgeschnitten. Vorn fungiert der halbe Teller als Schnittmuster. Du kannst auch eine Pappe in der Größe zuschneiden. Unten habe ich das Hemd bei ca. 29 cm Knopfleistenlänge abgeschnitten. Man muss darauf achten, wo die Knöpfe liegen. Wenn das Rockteil annäht wird, darf kein Knopf im Weg sein.

Für die Stufen habe ich folgende Schnittteile zugeschnitten:

Obere Stufe: 2 Teile 62 x 27 cm und ein Teil 50 x 27 cm, die Nahtzugabe ist inklusive
Untere Stufe: 2 Teile 69 x 27 cm und zwei Teile 50 x 27 cm, auch inklusive Nahtzugabe und Saum

Hier würde ich die untere Stufe beim nächsten Mal ein wenig breiter machen, da der Saum doch mehr Stoff verbraucht und die untere Stufe daher etwas schmaler ist.

Die Schnittteile habe ich entweder aus dem Hinterteil des Hemdes quer geschnitten oder vorn längs. Das heißt, manche Teile sind quer zum Fadenlauf zugeschnitten. Das sehe ich bei dem Hemdenstoff aber nicht als kritisch, da die Webware das verzeiht. Bei Jersey würde das gar nicht gehen.

Den Ausschnitt habe ich gekräuselt und mit Schrägband aus dem Ärmel eingefasst. Oben rechts habe ich noch eine weiße Gummischlaufe miteinfasst. Mit einem kleinen Knöpfchen (leider noch nicht auf dem Foto) kann man die Knopfleiste dann komplett schließen.

Für die obere Stufe habe ich die Schnittteile zur Runde geschlossen und die obere Kante auf die Breite des Oberteils (ca. 48 cm halbe Breite) gekräuselt. Dann das gleiche Spiel bei der unteren Stufe: Alle 4 Teile zur Runde geschlossen, gekräuselt und an die obere Stufe genäht. Saum 2x je 1 cm umschlagen und umnähen.

Jetzt habe ich nur noch die Ärmel auf Dreiviertelärmel gekürzt, gesäumt und ein ca. 24 cm langes Gummiband eingezogen. Die Länge des Gummibandes kann man gut an die eigenen Armstärke anpassen. Fertig!

Ich habe übigens alles außer die Säume mit der Overlock genäht. Dann sieht das Kleid auch von innen schön sauber aus. Hinten am an der Nahtzugabe vom Oberteil habe ich noch ein Gummiband mit Zickzackstich angenäht, da mit das Kleid im Kreuz zu weit war. Das hat echt was gebracht.

Da ich das Kleid auf den letzten Drücker vor dem Urlaub fertigbekommen habe, und eingepackt habe, stand einem Fotoshooting in den Weinbergen nichts mehr im Wege.

Zusammen mit meiner Tasche Großer Heinrich, Strohhut und weißen Sandaletten habe ich mich sehr wohl gefühlt. Das Kleid war ein perfekter Urlaubsbegleiter, da es schön luftig war bei den hochsommerlichen Temperaturen in Südtirol

Mich hat dieses Kleid ermutigt, noch weiter Ideen in diese Richtung umzusetzen. Ich stelle mir auch ein blaues Mustermix-Kleid vor, dabei müssten die Stufen kleinteiliger zugeschnitten werden. Ein wenig mehr wie Patchwork, da Musterstoffe schon in Fadenlaufrichtung zugeschnitten werden muss. Kreuz und quer wäre da zu wild. Aber das führt fast schon ein wenig zu weit an dieser Stelle, wo ich euch doch meinen Erstversuch gerade vorstelle.

Hach, ich bin schon happy mit dem Ergebnis und wünschte ich könnte es jetzt noch ausführen. Ein Glück, der nächste Urlaub kommt bestimmt und da wird mein Kleidchen auf jeden Fall mit in den Koffer gepackt. Kleiner Tipp, falls Hemdenstoffe dann doch ein wenig zu durchsichtig sind, entweder füttern oder sich ein hautfarbendes Unterkleid kaufen oder nähen. Das ist ganz praktisch und nichts scheint durch.

Was sagst du zu meinem Boho-Kleid aus alten Hemden? Wäre das auch für dich? Ich freu mich auf deine Kommentare und verlinke meinen Beitrag mit Du für dich am Donnerstag, Kleiderliebe, Öko?-Logisch!

undiversell

Ich freue mich, dass du mich gefunden hast! Schau dich gern um. Ich zeige dir auf meinem Blog Handgemachtes, Hausgemachtes und Meer. Wenn du dich für Häkeln, Stricken, Nähen, Basteln, Nachhaltigkeit und Reisen interessierst, bist du hier genau richtig. Suchst du unkomplizierte Rezepte zu frischer, saisonaler Küche und leckere Kuchen, lass dich inspirieren. Bist du Fan von vegetarischer und veganer Küche? Hier wirst du fündig. Nachmachen ist ausdrücklich erwünscht. Viel Spaß und schöne Momente auf meiner Seite wünscht dir Undine von "undiversell"!

8 Antworten auf „Boho-Upcycling-Kleid

    1. Liebe Katrin, vielen lieben Dank. Ich habe es erklärt, da ich wenig zu Upcycling-Kleidern gefunden habe und eventuell möchte die eine oder andere auch so ein Modell nähen. Außerdem kann ich dann beim nächsten Mal nachlesen, wie das ging. 🤗 LG Undine

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  1. Was für eine großartige Idee für alte Hemden! Die Beispiele, die ich bisher zu dem Thema gesehen habe, fand ich alle nicht so prickelnd, dabei sind Hemden normalerweise aus so tollem feinem Baumwollstoff! Danke für deine detaillierte Erklärungen, die es tatsächlich nacharbeitbar machen. Mein Mann trägt hauptsächlich hellblaue Hemden, aber den leichten Baumwollstoff könnte ich ja auch nachfärben in eine Farbe, die mir besser steht. Dunkelblau zum Beispiel. So eine feine Idee, so ein feines Kleid mit so feinen Details (Knopfschlaufe, Gummizug im Rücken!). Ich wünsche dir, dass du es im nächsten Jahr ganz viel ausführen kannst. Liebe Grüße, Gabi

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    1. Liebe Gabi, vielen Dank für so viel Begeisterung! 🤗 Ich hatte auch gar nichts Passendes gefunden, daher musste ich selber ran. 😉 Färben ist auch eine gute Idee für die Hemdenstoffe. Ich finde auch, dass die schönen Stoffe eine zweite Chance bekommen sollten. LG Undine 🤗

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